Solidaritätsdemo für Fabrikool verläuft friedlich

Bern

In der Berner Innenstadt demonstrierten Sympathisierende der Fabrikool-Besetzung in der Länggasse gegen deren Räumung.

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Am Freitagabend zogen knapp 200 Fabrikool-Sympathisierende durch die Berner Innenstadt. Sie wehrten sich gegen die Räumung der Besetzung einer alten Schreinerei in der Länggasse. Zur Demonstration hatten die Betreiber der Reitschule aufgerufen. In einer Medienmitteilung kritisiert sie, «dass aus einem Treffpunkt für Jung und Alt ein Spekulationsobjekt gemacht und an den Meistbietenden verkauft wurde».

Start der Kundgebung war um 18 Uhr in der Länggasse, danach machte sich der Demonstrationszug auf in Richtung Innenstadt. Unter den Teilnehmern waren vornehmlich junge Erwachsene, aber auch Familien mit Kindern, wie ein Reporter vor Ort berichtete. Einige wenige Vermummte waren in der Menge auch auszumachen.

Der Demonstrationszug in der Schanzenstrasse. Video: Jürg Spori

Auf dem Weg vom Bubenbergplatz bis zum Bärenplatz wurden die Tramschienen blockiert und in der Länggasse stauten sich zeitweise die Bernmobil-Busse. Begleitet wurde die Demo von einem beträchtlichen Polizeiaufgebot; die Stimmung war jedoch friedlich. Kurz nach 19 Uhr löste sich die Kundgebung vor der Reitschule auf.

«Räumung auf Vorrat»

Das Fabrikool-Kollektiv verurteilte die Räumung auf einem Flugblatt, das an der Kundgebung verteilt wurde. «Für uns ist das Projekt noch lange nicht abgeschlossen», betonten die Verfasser. «Unser Widerstand ist nicht an das Gebäude gebunden, wir leben ihn im Alltag.»

Mit Fabrikool solidarisierte sich auch die Alternative Linke. Diese monierte die «Räumung auf Vorrat» und will sich im Kantonsparlament dafür einsetzen, dass eine Räumung frühestens dann durchgeführt werden kann, wenn eine rechtskräftige Abbruch- oder Baubewilligung vorliegt.

Das Haus an der Fabrikstrasse, welche seit rund zwei Jahren durch das Kollektiv Fabrikool zwischengenutzt wurde, war am Dienstag von der Polizei geräumt worden. Dies nachdem das Kollektiv den Zwischennutzungsvertrag im April zwar gekündet hatte, das Gebäude aber nach wie vor nutzte und somit besetzte.

Der Regierungsrat Christoph Neuhaus hatte an einer Medienkonferenz am Dienstag beklagt, dass sich das «Fabrikool»-Kollektiv in den letzten Monaten von einem Verein mit klar bezeichneten Ansprechpersonen zu einer Gruppe gewandelt habe, mit der kaum noch kommuniziert werden konnte.

Bis 2021 soll auf dem Von-Roll-Areal ein Quartiertreff mit Markthalle, Restaurants und Studentenwohnungen realisiert werden.

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flo/jsp/sda

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