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So joggt man einen Delfin

Viele Läufer halten sich auf einer immer gleichen Laufrunde fit. Das ist Daniel Schüpbach und Martin Schmocker zu langweilig. Sie sind in der Stadt eine 10-Kilometer-Runde gelaufen, die aussieht wie ein Delfin.

Daniel Schüpbach läuft auch im Winter seine Runden.
Daniel Schüpbach läuft auch im Winter seine Runden.
Beat Mathys

Wer seine Laufrunden mit einer Computer-App aufzeichnet, weiss, wovon Daniel Schüpbach spricht: «Läuft man nur entlang der Aare hin und zurück, sieht das einfach nicht gut aus», sagt der 32-jährige Bauingenieur aus Bern. Damit meint er die gelaufene Strecke, welche die App mithilfe des satellitengesteuerten Navigationssystems GPS aufzeichnet und anschliessend auf dem entsprechenden Kartenausschnitt genau dokumentiert.

Der Delfin fügt sich in Berns Strassennetz ein. Bild: zvg
Der Delfin fügt sich in Berns Strassennetz ein. Bild: zvg

Daniel Schüpbach ist auch Hockeyschiedsrichter. Seine Lauftrainings absolviert er normalerweise möglichst spontan und ­ungeplant. Doch kürzlich liess er sich von ein paar verrückten ­Velofahrern aus den USA inspirieren: Diese hielten ihre Runden ebenfalls mit einer Fitness-App fest und zeichneten mit den ­zurückgelegten Strecken unter anderem einen Dinosaurier, ein Känguru und sogar ein Abbild von Michelangelos David-Skulptur.

Von den Strassen inspiriert

Das brachte ihn auf die Idee. Zuerst wollte er mit seiner Laufrunde ein Wort kreieren. Schüpbach druckte einen Stadtplan aus und merkte aber schnell, dass Berns Strassen nicht für jedes Kunstwerk taugen. Er versuchte es deshalb umgekehrt und liess sich von den Strassenverläufen animieren. Den Ausschlag gegeben haben schliesslich die Sandrain- und die Seftigenstrasse: «Sie sehen aus wie eine Delfinnase.»

«Die Strassen sahen aus wie eine Delfinnase.»

Daniel Schüpbach

Das Delfinauge fand er an der Wabernstrasse und am Scheuermattweg, die Rückenflosse auf der Grossen Schanze und die Schwanzflosse im Breitenrain. Minutiös zeichnete er die Strecke auf seiner Karte auf und plante, den Delfin zusammen mit seinem Kollegen, dem Marathonläufer Martin Schmocker, zu laufen. Doch dann vergass er die Karte auf seinem Bürotisch. «Ich habe aber so viel an der Strecke geplant, dass ich sie auswendig wusste», erzählt er lächelnd. «Wir liefen den Delfin deshalb ‹blind›.»

Kurz vom Weg abgekommen

Das erklärt denn auch, warum zwei Abschnitte auf der GPS-Aufzeichnung unsauber sind. Dort sind Schüpbach und Schmocker auf den 10 Kilometern Delfinumriss kurz vom richtigen Weg abgekommen: Die kleine Delle auf der Nase des Delfins sowie der kleine Auswuchs vor der Rückenflosse sind wegen ungeplanter Abstecher auf der Seftigenstrasse und auf der Grossen Schanze zustande gekommen. «Bei einem zweiten Durchgang könnte man das sicher noch optimieren», sagt Daniel Schüpbach selbstkritisch.

Doch ob Schüpbach und Schmocker den Delfin nochmals laufen, ist nicht sicher. Nach wie vor laufen die beiden lieber spontan. Sie absolvieren gemütlich plaudernd ihre Runden, die einmal nur 7 Kilometer, ein andermal bis zu 20 Kilometer lang sein können, wenn sie das Lauffieber plötzlich packt.

Um eine Figur zu laufen, brauche es hingegen viel Aufwand: «Man muss hinsitzen und kreativ sein.» Dass es Daniel Schüpbach nicht beim Delfin belässt, ist absehbar. Er habe «etwas in Planung», lässt er sich allerdings nur entlocken. Spruchreif sei es noch nicht.

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