Skywork-Gründer Alex Gribi gestorben

Belp/Kehrsatz

Als Gründer von Skywork war Alex Gribi ein Pionier auf dem Berner Flughafen. Die Fliegerei war sein Leben, das Belpmoos seine Wirkungsstätte. Nun ist er gestorben.

Alex Gribi im Herbst 2017: «Skywork war mein Baby, das ich 28 Jahre lang aufgebaut und geleitet habe.»

Alex Gribi im Herbst 2017: «Skywork war mein Baby, das ich 28 Jahre lang aufgebaut und geleitet habe.»

(Bild: Christian Pfander)

Johannes Reichen

Durch das Terminal seiner Firma am Belper Flughafen wehte ein Hauch von Weltläufigkeit, ein Hauch von Jetset. Und unter seiner Baseballkappe wehte das lange braune Haar im Wind. «Ich hatte ein wildes Leben», sagte Alex Gribi einmal. Nun ist es zu Ende gegangen. Gribi, der Gründer der Fluggesellschaft Skywork, starb am Sonntag nach einer Krebserkrankung in Kehrsatz. Er sei im Kreis der Familie friedlich eingeschlafen, sagt sein Sohn Manuel Mätzler. Gribi wurde 76 Jahre alt.

Gribis Leben hängt eng mit dem Flughafen und der Fliegerei zusammen. «Ich bin sozusagen im Flugzeug aufgewachsen», sagte er einmal. Sein Vater Franz Gribi war Militärpilot und hatte in Belp die Flugschule Gribair gegründet. Und auch er selbst liess sich zum Piloten ausbilden. Ein Bubentraum sei der Beruf allerdings nie gewesen, sondern eine logische Folge, erzählte er einmal dem «Bund». Mit 22 Jahren musste er aufgrund einer vorübergehenden Lähmung seines Nervensystems regelmässig ins Spital. «Weil die Pilotenausbildung in einzelnen Modulen absolviert werden konnte, war sie für mich ideal.»

Das Baby Skywork

1983 trat er selbst als Unternehmer in Erscheinung. Er gründete im Belpmoos Skywork als Flugschule und Lufttaxi-Unternehmen. Der Himmel und harte Arbeit machten diese Firma aus, deshalb der Name. Er betrieb sechs Businessjets. Erst zwanzig Jahre später stieg er in den Linienverkehr ein. «Aber meine Welt waren eigentlich immer die Businessjets.» Auch sein Sohn Nicholas Gribi arbeitete damals als operativer Leiter im Unternehmen Skywork mit. Dabei hätten sie nie ein konventionelles Familienleben gehabt, erzählte Alex Gribi einmal: Als Pilot, mit 16-Stunden-Tagen ohne Wochenende, sei es schwer gewesen, ein geordnetes Familienleben zu führen.

Das Geschäft lief nicht immer gut. Er habe die Firma mehrmals mit eigenen Mitteln vor dem Konkurs retten müssen. 2010 aber ging das nicht mehr, «da ist mir der Schnauf ausgegangen». Und so verkaufte er Skywork an den Rolex-Erben Daniel Borer. «Skywork war mein Baby, das ich 28 Jahre lang aufgebaut und geleitet habe.» Davon bis zuletzt auch das «G» im Logo von Skywork. Das Grounding der Airline vor einem Jahr wertete er als schweren Schlag für Bern. Und er fragte sich, «wie respektive wie lange der Flughafen seine teure Infrastruktur noch finanzieren kann».

Das Herz in Bern

Gribis Herz hing am Berner Flughafen. Deshalb nahm er auch in Kauf, dass das Kundenpotenzial hier viel kleiner ist als anderswo. «Würde ich in Genf oder Zürich eine Firma führen, wäre sie wohl zehnmal grösser», sagte er letztes Jahr. Damit meinte er die Firma Alpine Sky Jets, die er nach dem Skywork-Verkauf mit seinen beiden Söhnen Matteo und Manuel Mätzler gegründet hatte. Sie ist auf dem Terminal Nord angesiedelt, das der Familie Gribi gehört. Letztes Jahr nahm sie einen neuen Hangar in Betrieb – ein wichtiger Meilenstein.

Nicht alle Pläne konnte er indes verwirklichen. So hatte er einst die Idee, das ganze Terminal zu überbauen. Ihm schwebte ein 100 Meter langer Hangar für Businessjets samt Hochrestaurant und Hotel vor. «Ein 18-Millionen-Projekt.» Dieser Plan zerschlug sich. Und auch sein Angriff auf das Abfertigungsmonopol des Flughafens scheiterte vor Gericht.

Bei Alpine Sky Jets war Alex Gribi nicht mehr operativ tätig. Sie werde normal weitergeführt, sagt Manuel Mätzler. Geführt wird die Firma von Matteo Mätzler, während er selbst die Flughafen Immobilien AG führt. Ebenfalls zum Gribi-Erbe gehört das Restaurant Gribis Eat & Drink, das er im Frühling 2016 mit seiner Frau Yvette im früheren Propellerstübli eröffnete. «Ich will meiner Frau und meinen Söhnen etwas hinterlassen, das meinem Geist und meiner Kreativität entspricht», sagte er.

Alex Gribis Geist, er wird weiter durchs Belpmoos wehen.

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