So wird die BLS-Werkstätte aussehen

Chliforst-Nord

Die BLS drückt aufs Tempo: Sie hat aus fünf eingereichten Arbeiten das Siegerprojekt für die neue BLS-Werkstätte in Chliforst-Nord auserkoren. Doch es zeichnet sich nach wie vor Widerstand ab.

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Stefan Schnyder@schnyderlopez

Es geht Schlag auf Schlag: Am 7. Dezember hat der Bundesrat dem Standort Chliforst-Nord seinen Segen erteilt. Und am Dienstag veröffentlichte das Berner Bahnunternehmen BLS das Siegerprojekt eines Architekturwettbewerbs. Gewinnerin ist eine Arbeitsgemeinschaft aus Zürich – die Pool Architekten und die B+P Baurealisation AG.

Die BLS hat sich «aus organisatorischen Gründen» für eine spezielle Kommunikationsstrategie entschieden. Sie hat die Unterlagen am Dienstag publiziert und eine Medienmitteilung verschickt. Die BLS-Spitze rund um Unternehmenschef Bernard Guillelmon wird indes erst nächste Woche an einer Medienkonferenz über das ausgewählte Projekt informieren.

Geschwurbelte Sprache

In der geplanten Werkstätte werden rund 110 Mitarbeiter den täglichen Unterhalt der BLS-Züge besorgen. Deshalb ist es der BLS als Betreiberin der S-Bahn Bern wichtig, dass die Werkstätte in der Nähe der Stadt gebaut wird. Die Baukosten werden sich auf 200 bis 300 Millionen Franken belaufen.

«Die Ebene des Gleisfeldes und der Neubau wollen sich nicht verstecken und beziehen ihre Eigenschaften und Qualitäten aus dem Dialog mit der Landschaft.»Architektengeschwurbel in der Beschreibung des Siegerprojektes durch das Beurteilungsgremium 

Die BLS musste bei der Suche nach einem Standort für die Werkstätte immer wieder Rückschläge einstecken. Bei ihrem ersten Anlauf im Jahr 2015 scheiterte sie kläglich. Sie wollte die Anlage auf Landwirtschaftsland in Riedbach bauen. Anschliessend wurde eine Begleitgruppe unter der Leitung des Langnauer SP-Politikers Bernhard Antener eingesetzt, welche den Standort Chliforst als beste Variante empfahl.

Das Areal liegt auf Stadtberner Gemeindegebiet, rund einen Kilometer vom Bahnhof Riedbach entfernt. Auch dieser Standort ist umstritten, weil für den Bau der Anlage Landwirtschaftsland und Waldfläche beansprucht wird.

Die Planer und die BLS versuchen, diesen Konflikt mit geschwurbelten Sätzen aufzulösen. In typischem Architektensound heisst es im Beschrieb: «Die Ebene des Gleisfeldes, in der sanften Hügellandschaft ein fremdes Element, und der Neubau wollen sich nicht verstecken und beziehen ihre Eigenschaften und Qualitäten aus dem Dialog mit der Landschaft.» Damit das Gebäude farblich in die Umgebung passt, schlagen die Planer eine Verkleidung des Baus aus «grünlich lasiertem Holz» vor.

Die BLS will schliesslich die neue Anlage Fussgängern und Velofahrern über einen «Erlebnisweg» zugänglich machen. Um die ökologische Verträglichkeit des Projektes zu unterstreichen, sieht die BLS ausserdem eine Begrünung des Dachs und eine Speicherung des Dachflächenwassers vor. Das Wasser soll bei der Reinigung der Züge eingesetzt werden.

Baubeginn frühestens 2023

Die siegreichen Architekten haben nun ein Jahr Zeit, ihren Vorschlag bis zur Baureife auszuarbeiten. Im nächsten Jahr will die BLS dann das Baugesuch einreichen. Es gilt als wahrscheinlich, dass es viele Einsprachen gegen das Baugesuch geben wird. So ist bekannt, dass die IG Riedbach, die den Bau der Anlage bekämpft, «gegen die Werkstätte alle Rechtsmittel ausschöpfen will».

Für die möglichen Extraschlaufen hat die BLS Zeit eingeplant. Sie geht davon aus, dass die Bauarbeiten im Jahr 2023 beginnen werden. Und sie verspricht, auch bei den weiteren Arbeiten die Anwohner, die Stadt Bern und die Umweltfachleute miteinzubeziehen. «Wir haben als Organisation gelernt», so BLS-Kadermann Peter Fankhauser.

Alle Projekte können in einem BLS-Wagen besichtigt werden. Dieser steht vom 20. bis 23. Februar bei der Werkstätte Aebimatt und am 1. und 2. März beim Bahnhof Riedbach. Die Zeiten sind auf der Seite der BLS publiziert.

Berner Zeitung

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