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Sicherheit um jeden Preis

Der Allgemeinmediziner Michael Deppeler wurde wegen eines vermeintlich fehlerhaften Totenscheins angeklagt. Trotz Freispruch sagt er: «Das Handeln vieler Ärzte wird durch die Angst vor juristischen Konsequenzen be­einflusst.»

Hausarzt Michael Deppeler (Mitte) stellt das Wohl des Patienten über alles. Er wurde nach einer Anklage freigesprochen.
Hausarzt Michael Deppeler (Mitte) stellt das Wohl des Patienten über alles. Er wurde nach einer Anklage freigesprochen.
Urs Baumann

Ein Kreuz auf einem Totenschein rückte Hausarzt Michael Deppeler ins Visier der Berner Staatsanwaltschaft. Statt auf dem Formular «natürlicher Todesfall» anzukreuzen, hätte er am Morgen des 2. Oktober 2013 ein Kreuz neben «unklarer Todesfall» machen sollen.

Weil er dies aber nicht getan hat, warf ihm die Justiz vor, er habe ein «falsches ärztliches Zeugnis» ausgestellt und damit eine Untersuchung des Todes des damals über 90-jährigen Mannes verhindert. Deppelers Rechtsanwalt sprach denn auch von einer ernsten Sache. Die hohe Geldstrafe sei nur das eine, sagte er. Im schlimmsten Fall drohe ein Berufsverbot für den Arzt mit 20 Jahren Erfahrung, denn das Gutachten des Instituts für Rechtsmedizin falle schwer ins Gewicht.

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