Seilziehen um Schäferei geht weiter

Zollikofen

Einmal Ja, einmal Nein – was das Abstimmungsresultat für die drei langen und daher umstrittenen Blöcke auf dem Schäferei-Areal bedeutet, ist offen.

Die Schäferei ist die letzte grosse Baulandreserve von Zollikofen. Das Stimmvolk hat sich am Sonntag für die entsprechenden Bauvorschriften ausgesprochen.

Die Schäferei ist die letzte grosse Baulandreserve von Zollikofen. Das Stimmvolk hat sich am Sonntag für die entsprechenden Bauvorschriften ausgesprochen.

(Bild: fri / Google Earth)

Stephan Künzi

Jakob Christen tönte heiter. «Mit einem solchen Erfolg haben wir nicht gerechnet», erklärte der Vertreter des Referendumskomitees, das gegen die drei geplanten Blöcke auf dem Schäferei.Areal in Zollikofen kämpft. Der Widerstand hatte sich an der Art und Weise entzündet, wie das Areal überbaut werden soll – und siehe da, als das Volk nun abstimmte, setzte es eine Überraschung ab. Zwar wurde die Vorlage, die drei lange, von den Kritikern als unschöner Riegel gebrandmarkte Gebäude zulässt, angenommen. Mit einem Ja-Anteil von 52,1 Prozent fiel das Ergebnis aber knapp aus.

Noch knapper, wenn auch zugunsten der Nein-Seite, fiel das Verdikt beim zweiten Geschäft zur Schäferei aus: Mit hauchdünnem Mehr von 50,8 Prozent lehnten es die Stimmenden ab, den gemeindeeigenen Teil der Schäferei zu verkaufen.

Nun das Gespräch

All dies stimmte Christen optimistisch. «Die Leute haben gemerkt, dass es eine Alternative gibt.» Immerhin sei die zweitplatzierte Überbauungsidee mit ganz anders gestellten Häusern seinerzeit im Wettbewerb nur knapp unterlegen. «Die Gemeinde sollte jetzt mit uns reden.»

Was führte zum Nein?

Davon ist Gemeindepräsident Daniel Bichsel (SVP) weit entfernt. Er liess gestern zwar durchblicken, dass ihm das Nein zum Landverkauf einen Dämpfer verpasst hat. «Die Freude überwiegt aber. Der Teilerfolg ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg, Zollikofen als Wohnort zu stärken.» Wenn Bichsel dennoch von einem Marschhalt sprach, der nun nötig sei, dachte er just nicht an die drei langen Blöcke. Sondern an die Einfamilienhäuser und Eigentumswohnungen, die auf dem Gemeindeteil geplant und nun blockiert sind – das Nein zum Verkauf gelte es zu analysieren.

Bichsel will erfahren, ob es an der Absicht lag, das Land nicht im Baurecht abzugeben, sondern gleich zu verkaufen. Ob es am Verkaufspreis lag, der vielen zu tief war. Oder ob es daran lag, dass jene, die die Überbauung per se verhindern wollten, auch hier Nein sagten – am Ende habe wohl eine Kombination aller Gründe zum Resultat geführt, mutmasste Bichsel . Um gleich zu betonen: Die drei Mehrfamilienhäuser seien nicht betroffen. «Sie können gebaut werden.»

Tatsächlich? Die GFL, die von den grossen Parteien dem Schäferei-Handel am kritischsten gegenüberstand, sieht das jedenfalls anders: Das Nein zum Landverkauf biete die Gelegenheit, «etwas Besseres» zu planen, erklärte Präsident Bruno Vanoni – ganz im Sinne der Kritiker aus dem Referendumskomitee.

Die Resultate

Überbauungsvorschriften: Ja 1527 Stimmen (52,1 Prozent); Nein 1403 Stimmen (47,9 Prozent)

Landverkauf: Ja 1444 Stimmen (49,2 Prozent); Nein 1493 Stimmen (50,8 Prozent); Stimmbeteiligung: 48 Prozent

Berner Zeitung

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