Seilziehen um ein neues Schulhaus

Bern

Der Gemeinderat will auf der Goumoënswiese ein Schulhaus bauen. Die Stadtratskommission lehnt dies ab.

Der Stadtrat will nicht, dass auf der Goumoënswiese ein Schulhaus für 26 Klassen gebaut wird.

Der Stadtrat will nicht, dass auf der Goumoënswiese ein Schulhaus für 26 Klassen gebaut wird.

(Bild: Keystone)

Die Goumoënswiese ist idyllisch zwischen dem Steinhölzliwald und dem Bahnhof Weissenbühl gelegen. Der Gemeinderat will darauf eine Schule für 26 Klassen bauen. Doch der Widerstand wächst. Überraschend beantragt die zuständige Kommission dem Stadtrat eine Rückweisung des Geschäfts an den Gemeinderat. Das geht aus der Einladung für die Stadtratssitzung vom 29. August hervor.

Gegen Regierung gestimmt

Die Rückweisung der Kommission für Planung, Verkehr und Stadtgrün (PVS) erstaunt deshalb, weil in der Kommission die Vertreter des Rot-Grün-Mitte-Bündnisses (RGM) über sechs der elf Stimmen verfügen. Dem Vernehmen nach wurde der Rückweisungsantrag mit 7 gegen 4 Stimmen angenommen. Dies bedeutet, dass mehrere RGM-Stadträte dafür gestimmt haben. Das Projekt dürfte vor allem bei den grünen Kommissionsmitgliedern auf Skepsis stossen, weil der Neubau auf der grünen Wiese geplant ist. Auch aus dem Quartier regte sich jüngst Widerstand. Ein Komitee schrieb alle Fraktionspräsidenten an und forderte sie auf, das Vorhaben zu stoppen (wir berichteten).

Kommissionssprecher Ale­­xander Feuz (SVP) verhehlt nicht, dass er dem Rückweisungsantrag zugestimmt hat. «Das Projekt ist zu gross dimensioniert. Deshalb ist mit starkem Widerstand auf dem Rechtsweg zu rechnen. Ich bedaure sehr, dass der Gemeinderat nicht bereit war, das Geschäft zurückzuziehen und zu überarbeiten», sagt er. Weiter fordert er, dass der Gemeinderat Alternativstandorte – vor allem für die Oberstufe – sucht. Insbesondere auf dem Areal des Zieglerspitals.

Bürgerliche sind uneins

Das Geschäft stiess bei den bürgerlichen Kommissionsmitgliedern indes nicht auf geschlossenen Widerstand. Kommissionspräsidentin Milena Daphinoff (CVP) betont, dass sie gegen die Rückweisung gestimmt habe. «Das Quartier braucht rasch zusätzlichen Schulraum. Durch eine Rückweisung verlieren wir viel Zeit», sagt sie.

Ende August wird sich zeigen, welche Argumente im Rat eine Mehrheit finden werden.

sny

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