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Schwere Aufgabe für den neuen Spitaldirektor

Auf den neuen Direktor des Spitalzentrums Biel ­warten grosse Herausforderungen. Das Spital hat mit dem Abgang von Kaderärzten zu kämpfen, Mitarbeiter sind verunsichert. Auch die ­Totalsanierung lässt auf sich warten.

Grosse Herausforderungen: Der neue Direktor des Spitalzentrums Biel (Bild) tritt sein Amt Anfang November an.
Grosse Herausforderungen: Der neue Direktor des Spitalzentrums Biel (Bild) tritt sein Amt Anfang November an.
BT

Kristian Schneider wird Anfang November neuer Direktor des Spitalzentrums Biel. Schneider, ursprünglich gelernter Pflegefachmann, war seit 2013 Direktor im jurassischen Kantonsspital.

Der Verwaltungsrat freue sich sehr, eine solch erfahrene Führungspersönlichkeit für die wichtige Aufgabe an der Spitze der Geschäftsleitung zu gewinnen, teilte die Spitalzentrum Biel AG (SZB) Anfang Woche mit.

Die gute Nachricht wurde dringend erwartet. Denn der frühere Spitaldirektor Bruno Letsch hatte Ende August überraschend angekündigt, dass er per Ende September zurücktrete – ein gutes halbes Jahr früher als vorgesehen. Dass bis vor wenigen Tagen unklar war, wer die Führung im Spitalzentrum übernimmt, sorgte für Kritik.

So sagte etwa Bettina Dauwalder, bei der Gewerkschaft VPOD für den Gesundheitsbereich zuständig: «Das Spitalzentrum kommt mir vor wie ein Dampfer ohne Kapitän.» Dauwalder hat in ihrer Funktion Klagen von Mitarbeitern aus dem Spitalzentrum Biel vernommen. Es herrsche eine Stimmung der Verunsicherung.

Denn wie der «Bund» schreibt, kämpft das Spital an verschiedenen Fronten mit Problemen. Etwa mit Abgängen in der Geschäftsleitung: Auch der Leiter Finanzen wurde im August pensioniert, ebenso ist die Personalchefin im Sommer gegangen. Erst kürzlich wurde Anita Ronchetti zur neuen Leiterin Human Resources gewählt.

Der neue Leiter Finanzen heisst Alois Liechti. Wie Verwaltungsratspräsident Fredy Sidler im «Bund» sagt, muss das SZB nicht nur Abgänge in der Geschäftsleitung, sondern auch im oberen ärztlichen Kader verkraften. Wenn Kaderärzte gehen, nehmen sie Patienten oft mit, was einen Umsatzrückgang zur Folge hat.

Was sagt die Leiterin der Kommunikation des Spitalzentrums, Marie-Pierre Fauchère, zur Mitarbeiterzufriedenheit? Das Spital lasse alle drei Jahre von einer unabhängigen Fachstelle eine Mitarbeiterbefragung durchführen. Diese habe 2016 im Vergleich zu 2013 sogar einen leichten Anstieg der Zufriedenheit gezeigt. Allerdings: «Auffällig war im vergangenen Jahr eine erhöhte Unzufriedenheit im höheren Kader.»

Auch Politiker aus der Region wundern sich: «Was ist los im ­Spitalzentrum Biel?», fragen die beiden SP-Grossäte Samantha Dunning (PS, Biel) und Mohamed Hamdaoui (PS, Biel) in einem Vorstoss an den Kanton. «Wie viele Personen haben seit Anfang 2017 gekündigt, und welche Auswirkungen hat dies auf die Leistungen?» Verwunderlich ist ­nämlich auch, dass bis heute die dringend nötige Sanierung des Spitals nicht in Angriff genommen wurde.

Der Grosse Rat hat bereits vor sechs Jahren 85 Millionen Franken aus dem Spitalinvestitionsfonds für die Gesamterneuerung des zweitgrössten Spitals des Kantons gesprochen. Dabei kam es allerdings zu zeitlichen Verzögerungen, weil das Projekt nochmals überarbeitet werden musste und der Kanton diese Änderung noch bewilligen muss.

Die Hoffnung in den neuen Spitaldirektor ist gross. So war zu vernehmen, dass man gespannt sei, weil mit Kristian Schneider ein Pflegefachmann die Führung im Spital übernehme. Wenn er nicht vergesse, woher er komme, dann bestehe die Chance, dass sich etwas ändere im Spitalzentrum, das derzeit in Schwierigkeiten steckt.

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