Schäferei: Marti beharrt auf den drei Blöcken

Zollikofen

Auch der Marti-Konzern als grosser Landbesitzer geht davon aus, dass den drei langgezogenen Mehrfamilienhäusern auf dem Schäferei-Areal in Zollikofen nichts mehr entgegensteht.

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Stephan Künzi

Haben sich die Kritiker der Neubauten auf dem Schäfereiareal in Zollikofen zu früh gefreut? Noch am Sonntagabend klangen die Vertreter von Referendumskomitee und GFL optimistisch.

Zwar hatten die Stimmenden an der Urne Ja zu den neuen Planungsvorschriften für diese letzte grosse Baulandreserve gesagt. Zugleich wollten sie aber, wenn auch nur sehr knapp, nichts davon wissen, dass die Gemeinde ihren Anteil an der Schäferei an den Baukonzern Marti verkauft, den grossen Landbesitzer auf dem Areal.

Ein klassisches Jein

Es war ein klassisches Jein, aus dem die Gegner trotz allem in erster Linie das Nein heraushörten. Zumal das Ja zu den Bauvorschriften auch nicht viel deutlicher war – «die Gemeinde sollte jetzt mit uns reden», reagierte Jakob Christen für das Referendumskomitee. Und Bruno Vanoni als Präsident der GFL ergänzte: Nach der Abstimmung habe Marti nun die Gelegenheit, «etwas Besseres» zu planen. Planung geht weiter

Ob es wirklich dazu kommt, ist aber mehr als offen. Schon Gemeindepräsident Daniel Bichsel (SVP) wies am Sonntag darauf hin, dass mit dem Ja zu den Bauvorschriften gerade die drei langgezogenen Blöcke möglich geworden sind, die den Kritikern derart ein Dorn im Auge sind.

Am Montag hieb Donald Vogt für Marti in dieselbe Kerbe: Sobald die Vorschriften rechtskräftig seien, könne man die Planung für die drei Mehrfamilienhäuser starten.

Vogt sagte zwar auch, dass nach dem Nein zum Landverkauf nun Gespräche innerhalb der Gemeinde nötig seien. Allerdings beträfen diese vor allem die neun kleineren Mehrfamilienhäuser auf dem Areal. In der Tat stehen nur diese auf dem gemeindeeigenen Teil der Schäferei. Gemäss ursprünglicher Planung hätte der Boden an Marti verkauft und dann vom Konzern überbaut werden sollen.

Im Rahmen dieses Handels hätte Zollikofen zudem von Marti den für die sechs Einfamilienhäuser vorgesehenen Bereich übernommen. Wie es hier weitergeht, werden wohl die Gespräche zeigen.

Berner Zeitung

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