Zum Hauptinhalt springen

Runde Nummer sechs für Hess

Zwei Wahlen an einem Tag: Lorenz Hess ist als Präsident in Stettlen wiedergewählt. Um den Einzug in den Nationalrat musste er allerdings bangen.

Christian Kaderli (glp, neu)
Christian Kaderli (glp, neu)
zvg
Edouard Winzenried (FDP, neu)
Edouard Winzenried (FDP, neu)
zvg
Urs Zimmermann (parteilos, bisher)
Urs Zimmermann (parteilos, bisher)
zvg
1 / 7

Der Apéro ist angerichtet, die Wahlergebnisse liegen ausgedruckt auf dem Tisch. Nur die Gewählten, die fehlen noch.

Um Viertel nach vier Uhr betritt Lorenz Hess (BDP) die Gemeindeverwaltung von Stettlen. Er nimmt ein Bier, stösst mit Verena Zwahlen, Leiterin der Gemeindeverwaltung, an und nimmt ihre Gratulation entgegen. Doch überglücklich sieht Hess nicht aus.

Er zeigt auf das Wahlprotokoll. Als Gemeindepräsident ist er zwar still gewählt, aber auf der Gemeinderatsliste taucht sein Name erst auf Platz vier auf. Nicht gerade ein Glanzresultat, muss er zugeben. In so vielen Jahren als Präsident mache man sich halt nicht nur Freunde.

Einige Minuten später kommen die weiteren Ratsmitglieder hinzu. Die Stimmung ist so locker, wie die Ausgangslage vor den Wahlen spannend war: acht Kandidaten für sieben Sitze. Nur einer musste über die Klinge springen. Wie es einige schon vor den Wahlen vermutet hatten, war dies André Lehmann von der SP.

Stettlen wird grüner

Parteipolitisch ändert sich in Stettlen im Vergleich zu den Gemeinderatswahlen vor vier Jahren wenig. Nur die Freisinnigen verlieren einen Sitz und geben ihn an die Grünliberalen ab, die neu im Gemeinderat vertreten sind.

Christian Kaderli (GLP) holte am zweitmeisten Stimmen. Dies liege daran, dass die grünen Wähler durch die Klimaproteste hätten mobilisiert werden können: «Ich hoffe, dass ich nun gewisse grüne Akzente in Stettlen setzen kann», sagt der eben gewählte Gemeinderat.

Mit dem besten Resultat wurde Urs Zimmermann (parteilos) gewählt. Sein Name stand auf 920 von 1175 gültigen Wahlzetteln. Ebenfalls bestätigt wurden Markus Bieri (parteilos), Ruedi Zimmermann (SP) und Elisabeth Baumberger (FDP).

Als zweiter Neuling wurde Edouard Winzenried (FDP) in die Exekutive von Stettlen gewählt: «In meiner ersten Legislatur möchte ich mich für erneuerbare Energien einsetzen. Und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf weiter fördern», sagt Winzenried kurz nach seiner Wahl.

Keine Niederlage erlebt

BDP-Politiker Lorenz Hess ist bereits seit dem Jahr 2000 im Gemeinderat von Stettlen, seit 2001 amtet er als Präsident. Zwischenzeitlich war er im Grossen Rat und seit 2011 im Nationalrat.

Niederlage hat er bei den insgesamt zwölf Wahlen, bei denen er angetreten ist, noch keine erlebt. Doch um den Einzug in den Nationalrat musste er am Sonntag zittern.

«Mit der Zeit nimmt man die Wahlen etwas entspannter», sagt Hess. Überheblich will er damit nicht klingen. Er meint, dass eine Niederlage zwar enttäuschend wäre, doch er habe noch andere Standbeine: «Für mich ist die Politik nicht das Leben.»

In der Gemeindeverwaltung wollte er noch keine Prognose abgeben. Doch schon dann war klar: Der Zeiger für die BDP zeigt bei den diesjährigen Wahlen nach unten. Hess meint, dies liege auch daran, dass die GLP durch die Klimabewegung mächtigen Auftrieb erhalte und dadurch die BDP hinter sich gelassen habe.

Um 20.30 Uhr war es dann so weit, Staatsschreiber Christoph Auer verkündet im Rathaus: Die BDP Bern erhält zwei Sitze, Lorenz Hess ist erneut in den Nationalrat gewählt.

Hess zeigte sich froh, dass er nun weiterhin an zwei ganz unterschiedlichen Fronten politisieren darf: im Bundeshaus in Bern und in der Gemeindeverwaltung in Stettlen.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch