Bern

Reitschule: Verwüstete Signalrakete Polizeiauto?

BernVor Weihnachten wurde ein Polizeiauto vom Dach der Reitschule aus angegriffen. SVP-Stadtrat Henri Beuchat suggeriert jetzt öffentlich, dass die abgefeuerte Signalmunition heftiger war als bis jetzt vermutet.

Vom Balkon und vom Dach der Reitschule flogen Flaschen, Steine und eine Signalrakete auf einen Polizeiwagen. (Symbolbild)

Vom Balkon und vom Dach der Reitschule flogen Flaschen, Steine und eine Signalrakete auf einen Polizeiwagen. (Symbolbild) Bild: Keystone

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Henri-Charles Beuchat, Stadtrat der SVP, hat einen guten Draht zur Polizei. In einer am Donnerstag eingereichten Interpellation breitet er brisantes Insiderwissen aus. Wenige Tage vor Weihnachten bewarfen Unbekannte vom Dach der Reitschule aus ein Polizeifahrzeug mit Steinen sowie einer Leuchtrakete. Stadtpräsident Alec von Graffenried (GFL) hatte diesen Angriff gegenüber dieser Zeitung als «kriminell und verabscheuenswürdig» bezeichnet.

Wie Beuchat nun schreibt, habe es sich nicht um eine Silvesterrakete gehandelt, sondern um schwerere Leuchtmunition, die, aus einer speziellen Vorrichtung abgefeuert, nach dem Abschuss mehrere Tausend Grad heiss werde und ernsthafte Verbrennungen verursachen könne. Suggestiv fragt Beuchat im Vorstoss, ob es stimme, dass das Geschoss ins Innere des Polizeiautos drang und dieses verwüstete.

Die Polizei verweist auf ihre vor Weihnachten publizierte Mitteilung. Dort steht, dass «ein Gegenstand eine Fahrzeugscheibe durchschlug und das Dienstfahrzeug massiv beschädigt» habe. Zudem sei noch eine Signalrakete abgefeuert worden. Die Polizei wolle dem politischen Prozess nicht vorgreifen, auf Nachfrage präzisiert sie aber, dass die Rakete nicht im Auto gelandet sei.

Verletzt wurde bei dem Vorfall niemand. Es hätte aber, angesichts der nun bekannten Gefährlichkeit des Geschosses, auch anders herauskommen können. (jsz)

Erstellt: 12.01.2018, 18:06 Uhr

Anti-WEF-Demo am Samstag

Die Sicherheitsbeurteilung zur für Samstag (ab 15 Uhr, Käfigturm) angekündigten Kundgebung gegen das World Economic Forum (WEF) in Davos hat sich bei Kantonspolizei und städtischer Sicherheitsdirektion nicht geändert. Die Polizei werde mit einem Dispositiv in der Stadt sein, ob die unbewilligte Demo laufen lassen oder eingekesselt wird, ist offen.

Die Stadtberner Juso würden an der Kundgebung teilnehmen, sagt deren Sprecherin Vera Diener. Sie habe deutliche Hinweise, dass der angekündigte Besuch von US-Präsident Donald Trump in Davos viele zusätzliche Demoteilnehmende mobilisieren werde. Diener erwartet viele, auch ältere Leute, die sonst nicht auf die Strasse gehen. Gegen Trump aber schon – weil er alles personifiziere, gegen das die Linke kämpfe: Rassismus, Sexismus, Kapitalismus. jsz

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