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Reitschule geht wieder auf – Betreiber wollen präsenter sein

Nach der knapp einmonatigen Protestpause nimmt die Reitschule am Donnerstag den Betrieb wieder auf. Die Betreiber wollen mehr Verantwortung für den Vorplatz übernehmen.

Am Donnerstag sollen die Tore der Reitschule in Bern wieder geöffnet werden.
Am Donnerstag sollen die Tore der Reitschule in Bern wieder geöffnet werden.
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Über Twitter verbreiteten die Reitschüler die Neuigkeit: Morgen Donnerstag nimmt das Kulturzentrum den Betrieb wieder auf. Das soll mit einem «Stadtrundgang» zelebriert werden, der um 18.30 Uhr bei der Grossen Schanze startet. «Er soll aufzeigen, dass die Probleme, welche auf dem Vorplatz bestehen, ihren Ursprung in unserer Gesellschaftsform haben, und dass sie auch in der restlichen Stadt festzustellen sind», schreiben die Betreiber der Reitschule in einer ausführlichen Medienmitteilung, die sie am Dienstagnachmittag dem «Tweet» folgen liessen.

Diese Probleme auf dem Vorplatz waren der Auslöser für die knapp einmonatige Protestpause der Reitschule. Am 9. Juli war es nach Angaben der Betreiber im Grossraum Schützenmatte zu einem sexuellen Übergriff gekommen. Die Reitschule werde mit solchen Problemen allein gelassen, kritisierten die Verantwortlichen nicht zum ersten Mal. Die Vollversammlung entschied, die Reitschule vorübergehend zu schliessen (wir berichteten).

Zweite Drogenanlaufstelle

«Nach der Schliessung hat sich die Situation nicht einfach beruhigt oder grundlegend verändert», halten die Reitschüler fest. «Es gab und gibt Probleme im Grossraum Schützenmatte, für welche wir unmöglich die Verantwortung übernehmen wollen und können.» Hier ist aus Sicht der Reitschule die Stadt gefordert. Schliesslich nehme ihr die Reitschule eine grosse «Last» ab, indem sie jede Woche Tausenden von Menschen einen Freiraum, «einen Ort zum Verweilen», biete.

Konkret fordert die Reitschule eine zweite Drogenanlaufstelle und in diesem Bereich «endlich Lösungen» in den Städten des Oberlands und im Kanton Freiburg. Auch im Bereich Jugendarbeit müsse die Stadt umdenken. «Für junge Menschen fehlt es an Möglichkeiten.»

«Wir wollen, dass Ihr Besucherinnen und Besucher der Reitschule mithelft, das Projekt zu tragen.»

Die Reitschule

Verantwortung übernehmen

Die Verantwortlichen der Reitschule nehmen aber nicht nur die Stadt in die Pflicht, sie wollen mithelfen, die Situation vor der Reitschule zu verbessern. Während der Schliessung sei viel darüber diskutiert worden, «was sich ändern liesse». Künftig wollen die Reitschüler auf dem Vorplatz und der Schützenmatte präsenter sein.

Man habe sich zwar schon bisher «in Schadensbegrenzung geübt», nun aber will man es «mit einem neuen Ansatz und mehr Mitarbeiterinnen und -mitarbeitern versuchen. Auch die Gäste der Reitschule sind eingeladen, Verantwortung zu übernehmen. «Wir wollen, dass Ihr Besucherinnen und Besucher mithelft, das Projekt zu tragen, und eingreift, wenn unser Manifest verletzt wird», so der Aufruf.

Die Stadt begrüsse es, wenn die Reitschule konkrete Vorschläge erarbeitet habe, sagt Sprecher Walter Langenegger. Die Daten für die nächsten Gespräche seien vereinbart, die von der Reitschule vorgeschlagenen Themen würden aufgenommen. Vonseiten der Stadt habe man konstatiert, dass es in den letzten Wochen um die Reitschule ruhiger gewesen sei. «Es ist aber schwierig abzuschätzen, inwiefern eine Verlagerung der Probleme stattgefunden hat.»

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