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«Reitschule führt Gemeinderat an der Nase herum»

Nach den Ausschreitungen vor der Reitschule fordert der Gemeinderat eine klare Distanzierung der Reitschulbetreiber zu den Randalierern. SVP-Stadtrat Roland Jakob wirft dem Gemeinderat Hilflosigkeit vor.

Die Polizei riegelt nach Tumulten Teile der Schützenmatte vor der Reitschule ab (15.12.2013).
Die Polizei riegelt nach Tumulten Teile der Schützenmatte vor der Reitschule ab (15.12.2013).
Raphael Moser
Polizisten wurden mit Flaschen und Petarden beworfen...
Polizisten wurden mit Flaschen und Petarden beworfen...
Raphael Moser
Drei Polizisten wurden bei den Krawallen verletzt.
Drei Polizisten wurden bei den Krawallen verletzt.
Raphael Moser
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In der Nacht auf Sonntag hatten ">Randalierer vor der Berner Reitschule eine Strassensperre errichtet und angezündet. Das Vorgehen der Krawallmacher wird von mehreren Seiten aufs Schärfste kritisiert. Für den Berner Gemeinderat ist insbesondere stossend, «dass einmal mehr eine kleine Minderheit von Randalierern und Vermummten die Reitschule als Kulturzentrum in Misskredit gebracht hat.» Damit wird nach Ansicht des Gemeinderates ein Ausgehlokal diskreditiert, das jedes Wochenende von vielen hundert Jugendlichen aus der ganzen Region frequentiert wird.

Nicht tolerierbar ist für den Gemeinderat, dass sich gewaltbereite Aktivisten bei Ausschreitungen in die Anonymität der Reitschule zurückziehen können. Dies war auch bei den jüngsten Vorfällen am vergangenen Wochenende der Fall. Die Polizisten bildeten deshalb eine Polizeikette. So konnten sie verhindern, das Randalierer ungehindert in das Innere der Reitschule flüchten konnten.

Gefordert wird konkret eine deutliche Distanzierung der Reitschulebetreiber zu gewalttätigen Übergriffen. «Der Gemeinderat ist sich zwar bewusst, dass die Reitschulbetreiberin Ikur nicht für alle Ereignisse im Umkreis der Reitschule verantwortlich gemacht werden kann», schreibt dieser in einer Medienmitteilung am Montagmittag. Der Gemeinderat erwartet aber konkrete Massnahmen, die so weit als möglich verhindern, das Randalierer die Reitschule als Zufluchtsort benützen.

Diese Forderung ist indes nicht neu. Bereits 2011 wurde heftig debattiert, ob das grosse Tor der Reitschule bei Demonstrationen geschlossen werden müsse. Der Stadtrat hatte dies schon Jahre zuvor gefordert.

Gesprächsverweigerung beenden

Der Gemeinderat fordert die Betreiber weiter dazu auf, «wieder den Dialog und die konstruktive Zusammenarbeit mit den Behörden aufzunehmen.» Die Interessengemeinschaft Kulturraum Reitschule Bern (Ikur) hat das jüngst geplante Treffen mit der Stadt einseitig abgesetzt. Die Begründung war, es gebe keine relevanten Themen zu besprechen. Sicherheitsdirektor Reto Nause hatte die Gesprächsverweigerung der Ikur bereits unmittelbar nach den Ausschreitungen kritisiert. Er stellte dabei offen in Frage, ob die Reitschule noch die richtige Trägerschaft habe.

«Jammern auf hohem Niveau»

Der Verband Schweizerischer Polizei-Beamter VSPB zeigt sich betroffen darüber, dass drei Einsatzkräfte verletzt wurden und verurteilt die Krawalle auf Schärfste. Der Verband fordert konkrete politische Konsequenzen. «Die Reitschule wird erwiesenermassen einfach nicht Herr über ihr Sicherheitsproblem», wird VSPB-Generalsekretär Max Hofmann in einem am Montag verschickten Communiqué zitiert.

Reitschule-Gegner und SVP-Stadtrat Roland Jakob verurteilt nicht nur die «chaotischen Zustände» vor der Reitschule, sondern kritisiert auch Reto Nause. In einer Mitteilung an die Medien am Montagmittag wirft er ihm Hilflosigkeit vor. Was Nause mache, sei «Jammern auf hohem Niveau». Die Reitschule führe die Verwaltung und den Gemeinderat zum wiederholten Mal an der Nase herum. Jetzt werde es Zeit, Verantwortung zu übernehmen.

Jakob kritisiert auch Stadtpräsident Alexander Tschäppät. Anstatt seinem Gemeinderatskollegen zu unterstützen und seine Arbeit zu machen, beschäftige sich der Stadtpräsident «lieber mit seinem fragwürdigen Comedyauftritt», so Jakob. Die SVP der Stadt Bern fordert von Gemeinderat eine sofortige Kündigung des Leistungsvertrages mit der Ikur.

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