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Die Fussballparty findet drinnen statt

Wegen des schlechten Wetters blieb bei den Berner Outdoor-Public-Viewings der grosse Zuschauerauflauf bisher aus. Davon profitieren Anbieter, welche die EM-Spiele im Trockenen zeigen. Sie platzen zeitweise aus allen Nähten.

Jubel im Kubus: Während die Open-Air-Anbieter jammern, reiben sich die Betreiber von Indoor-Public-Viewings die Hände.
Jubel im Kubus: Während die Open-Air-Anbieter jammern, reiben sich die Betreiber von Indoor-Public-Viewings die Hände.
Walter Pfäffli

Fussballschauen auf der Grossleinwand unter freiem Himmel, dazu Bier und Bratwurst – so sieht in den Augen vieler das perfekte EM-Fest aus. Bislang zeigte Petrus jedoch wenig Erbarmen mit den Fussballfans. Wegen des Regens fiel die Open-Air-EM-Party grösstenteils ins Wasser.

Den Dauerregen haben auch einige Betreiber von Berner Public Viewings zu spüren bekommen. So etwa die Initianten des Public Viewings «FoodBall» in der Berner Lorraine. Auf der Brache beim Centralweg haben sie extra für die EM ein neues Konzept mit Grossleinwand, Foodtrucks und Bars aus dem Boden gestampft.

Wegen Dauerregen gar nicht erst geöffnet

«An den zwei Tagen mit schönem Wetter hatten wir Full House», sagt Mitinitiant Nando Portmann auf Anfrage. Rund 500 Leute hätten sich dann jeweils auf dem Areal eingefunden und für Stimmung gesorgt.

«An den restlichen Tagen lief es aber eher schmächtig», so Portmann. Wegen des schlechten Wetters seien an jenen Tagen gerade einmal um die 30 Nasen aufgetaucht. «Wir sind sehr wetterabhängig, da wir auf der Brache nicht vor Wind und Regen geschützt sind.» Wegen des Dauerregens von zuletzt haben die Betreiber am Donnerstag gleich ganz dicht gemacht.

Eine ähnliche Situation hatte in der ersten EM-Woche auch der Summer Beach auf der Grossen Schanze zu beklagen, wo die EM-Spiele ebenfalls unter freiem Himmel und auf Grossleinwand gezeigt werden. «Fussballmässig konnten die Erwartungen bisher leider nicht wirklich erreicht werden», sagt Betreiber Beat Hofer.

Man habe wegen der Wetterkapriolen bisher einzig am Eröffnungstag und am zweiten Schweiz-Spiel geöffnet gehabt. An jenen Tagen sei das Interesse aber immerhin gross gewesen. «Am Eröffnungstag war es hier zum Bersten voll.»

Im Kubus reibt man sich die Hände

Während die Openair-Anbieter jammern, reiben sich die Betreiber von Indoor-Public-Viewings die Hände. So platzte etwa der Kubus auf dem Waisenhausplatz bei den EM-Spielen regelmässig aus allen Nähten. «Wir sind völlig überwältigt von den vielen Leuten, die hier alle Fussball schauen wollen», sagt Betreiber und Co-Inhaber der angrenzenden Restaurants «Luce» und «Grissino» Djoka Nilovic auf Anfrage.

Durchschnittlich zählte er 500 bis 800 Besucher pro Spieltag. Beim zweiten Schweiz-Spiel am Mittwoch standen die Leute vor dem Kubus gar Schlange. «Irgendwann mussten wir die Türe schliessen, weil schlicht nicht mehr Leute reinpassten.»

900 Liter Bier an einem Abend

Das rege Zuschaueraufkommen schlägt sich auch in der Kasse nieder. «Beim Schweiz-Spiel haben wir gegen 900 Liter Bier verkauft», freut sich Nilovic. Weil es bisher derart gut lief, zeigen die Kubus-Betreiber nun spontan auch einige Nachmittagsspiele, was ursprünglich eigentlich nicht geplant war.

«Unsere Erwartungen wurden definitiv übertroffen», sagt Nilovic, der den Erfolg einerseits auf die spezielle Atmosphäre «in diesem interessanten Bau» zurückführt, sich andererseits aber auch des Vorteils seines wetterunabhängigen Angebots bewusst ist. «Für diejenigen, die draussen etwas organisiert haben, ist es schon hart», so der Beizer mitfühlend.

Hoffen auf Petrus

Ob auf der Grossen Schanze oder in der Lorraine-Brache: Noch sind die Openair-Public-Viewings zuversichtlich, dass sich das Wetter im weiteren Verlauf der EM zu ihren Gunsten entwickelt. Dann wäre laut Nando Portmann vom «FoodBall» auch die durchzogene erste EM-Woche verkraftbar. «Die wirklich interessanten Spiele stehen schliesslich noch bevor.»

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