Public Viewing: Stadt Bern lehnt Gesuch ab

Bern

Zwei Fussballfans planen für den Fussballsommer 2016 in der Berner Innenstadt ein grosses Public Viewing. Die Stadt lehnt ihr Gesuch aufgrund von Platzmangel allerdings ab.

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In Frankreich wird vom 10. Juni bis 10. Juli 2016 die Fussball Europameisterschaft durchgeführt. Mit dabei ist auch die Schweizer Nationalmannschaft. Deshalb wollen Camil Schmid (29) und sein Geschäftspartner Dominic Kummer (27) ein Public Viewing organisieren, wie «20 Minuten» am Dienstag berichtet.

Bahnhofplatz als Standort

«Bern ist die Bundesstadt, sie verdient einfach ein richtiges Public Viewing», sagt Schmid zu 20 Minuten. Als Standort haben die beiden Initianten den Bahnhofplatz Bern ausgewählt. Der Platz solle frei zugänglich, gross und zentral gelegen sein.

Dieser Traum wird für die beiden jedoch nicht in Erfüllung gehen: Die zuständige Behörde der Stadt Bern wird das eingereichte Gesuch wegen Platzmangel in der Berner Innenstadt während der EM ablehnen, wie Norbert Esseiva, Leiter der Orts- und Gewerbepolizei gegenüber 20 Minuten sagt.

«Es ist schade, dass wir im nächsten Jahr so eingeschränkt sind», erklärt Esseiva auf Anfrage, «wir leiden selbst darunter». Die Orts- und Gewerbepolizei müsse nicht nur neue Gesuche ablehnen, sondern auch traditionelle Anlässe müssten den neuen Platzbedingungen angepasst werden.

Bei der Fussball-EM halte es sich zudem um einen Event, der mehrere Woche andaure: «Wenn nur ein Wochenende betroffen wäre, könnte eventuell eine Lösung gefunden werden.»

Kein Platz für Fussballfans in der Innenstadt

Mit dem Stadttheater-Kubus, der zwischen März und Oktober den Waisenhausplatz besetzten wird, und dem Umbau der Schweizerischen Nationalbank, welcher den Bundesplatz tangieren wird, sind die beliebtesten Berner Plätze bereits ausgebucht.

Zudem weist Esseiva im Bericht daraufhin, «dass der Bahnhofplatz wegen der grossen Menschenmengen und des Verkehrs ungeeignet für ein Public Viewing ist». Als Alternative schlägt Esseiva die Allmend, das BEA-Gelände oder den Europaplatz vor. Auch dort müsse aber die Belegungssituation beachtet werden.

Für die Schützenmatte und für die Grosse Schanze sind laut Norbert Esseiva ebenfalls «keine verlässlichen Zusagen» möglich. «Wir wissen nicht, wie es im nächsten Jahr auf der Schützenmatte weitergeht», führt er weiter aus. Dies müsse zuerst von der politischen Seite entschieden werden.

Was die Grosse Schanze betrifft, dort sei der Kanton Bern verantwortlich. Die Orts- und Gewerbepolizei der Stadt Bern ist dort lediglich für die Lautsprecherbewilligungen zuständig.

Indoor-Public-Viewing als Lösung?

Susanne Schäfer, Sprecherin von Konzert Theater Bern, spricht gegenüber 20 Minuten von einem Indoor-Public-Viewing. So könnte der Theaterkubus auf dem Waisenhausplatz eine Lösung bieten. An einem Konzept für EM-Übertragungen werde gearbeitet. Camil Schmid sieht darin jedoch kein Ersatz fürs Public Viewing im Freien.

Die beiden Fussballfans erwarten bis zu dreitausend Fans. Der Anlass soll durch Sponsorengeldern und dem Verkaufen von Essen und Bier finanziert werden. Schmid und Kummer haben nun eine Facebook-Seite lanciert, um den Druck auf die Behörden zu erhöhen.

Ob das etwas nützen wird, will Norbert Esseiva nicht kommentieren. Klar ist für ihn jedoch, «dass man mit einer Facebook-Seite keinen Platz generieren kann».

langenthalertagblatt.ch/Newsnetz

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