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Pensionskasse BIO: Strafverfahren eingestellt

Die Leute, die in den Krisenjahren bei der Pensionskasse BIO am Ruder ­waren, werden juristisch nicht belangt. Die Staatsanwaltschaft hat die Strafuntersuchung eingestellt.

Die Staatsanwaltschaft hatte eine Strafuntersuchung wegen ungetreuer Geschäftsbesorgung in der PVS BIO eingeleitet.Vor Gericht kommen die Verantwortlichen jedoch nicht.
Die Staatsanwaltschaft hatte eine Strafuntersuchung wegen ungetreuer Geschäftsbesorgung in der PVS BIO eingeleitet.Vor Gericht kommen die Verantwortlichen jedoch nicht.
Beat Mathys

Insgesamt um die 50 Millionen Franken wird die öffentliche Hand an die Sanierung der Personalvorsorgestiftung Bolligen-Ittigen-Ostermundigen (PVS BIO) zahlen. Auch die Versicherten müssen hohe Beiträge leisten, um das Loch in der Kasse zu stopfen. Einer von ihnen, ein Angestellter der Gemeinde Ostermundigen, wollte das nicht auf sich sitzen lassen. Er reichte Strafanzeige gegen unbekannt wegen ungetreuer Geschäftsbesorgung ein. Das Ziel: Die Leute, die in der PVS BIO von 2006 bis 2012 am Drücker gewesen seien und das Millionendebakel zu verantworten hätten, sollten zur Rechenschaft gezogen werden.

Das Prinzip Hoffnung

Gestützt auf die Anzeige, hat die kantonale Staatsanwaltschaft für Wirtschaftsdelikte eine Unter­suchung eröffnet. Diese dauerte rund anderthalb Jahre; unter anderem wurde auch ein externes Gutachten eingeholt. Jetzt liegt das Ergebnis vor. «Die Verdachtsmomente, die zu der Eröffnung der Untersuchung führten, haben sich nicht erhärtet», erklärt Christof Scheurer, Informationsbeauftragter der Staatsanwaltschaft.

Ins Detail gehen darf er, zumal er dem Amtsgeheimnis untersteht, nicht. Nur so viel: Für das finanzielle Loch seien überwiegend «reglementarische Änderungen» der Pensionskasse verantwortlich. Deshalb hat die Staatsanwaltschaft das Verfahren eingestellt. Der Entscheid ist rechtskräftig.

Aliki Panayides, Ostermundiger Gemeinderätin und seit kurzem Stiftungsratspräsidentin der PVS BIO, ist erleichtert über diesen Ausgang. Sie habe auch nichts anderes erwartet: «Der Stiftungsrat hat selber genau hingeschaut und die Geschichte aufgearbeitet.» Dabei sei man zum Schluss gekommen, dass die damaligen Verantwortlichen nichts Illegales getan hätten. Sie hätten «zu stark auf das Prinzip Hoffnung gesetzt». Weitere Informationen gibt es am Donnerstag an einer Medienkonferenz.

«Volle Transparenz»

Dass die Staatsanwaltschaft eine Strafuntersuchung wegen ungetreuer Geschäftsbesorgung in einer Pensionskasse eröffnet, ist laut Fachleuten selten. Marco Rupp, in den Jahren 2015 und 2016 Stiftungsratspräsident der PVS BIO, konnte der Untersuchung dennoch auch Positives abgewinnen. Damit werde «ein weiterer Beitrag zur vollen Transparenz» geschaffen, hatte er von Anfang an erklärt.

Übrigens: Die Kosten für die Strafuntersuchung muss weder der Gemeindeangestellte, der den Stein mit seiner Anzeige ins Rollen gebracht hat, noch die Pensionskasse BIO übernehmen. Diese Rechnung zahlt der Kanton Bern.

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