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Junger Gemeinderat tritt überraschend zurück

FDP-Hoffnungsträger Henrik Schoop hört als Ostermundiger Gemeinderat auf. Gut möglich, dass er früher oder später in die Politik zurückkehrt.

Er habe seine Ziele im Gemeinderat erreicht: Henrik Schoop tritt zurück.
Er habe seine Ziele im Gemeinderat erreicht: Henrik Schoop tritt zurück.

Als 24-Jähriger wurde Henrik Schoop Gemeinderat und ging damit als jüngstes Exekutivmitglied in die Geschichte Ostermundigens ein. Er akquirierte neue Mitglieder für die Mundiger FDP, entwickelte sich rasch zum Hoffnungsträger der regionalen und kantonalen FDP. Seit sechs Jahren amtet er als Gemeinderat, am Mittwoch hat er nun seinen Rücktritt auf Ende Jahr bekanntgegeben. Im Alter von erst 30 Jahren.

Der Entscheid habe vor allem zwei Gründe, sagt Henrik Schoop. Einerseits habe er die wichtigsten Ziele in seinem Departement Bildung, Kultur und Sport erreicht. Die Personalprobleme seien gelöst, «die Zusammenarbeit funktioniert irrsinnig gut».

Andererseits ist Schoop Geschäftsführer und Mitinhaber der Homeguard AG, einer vor drei Jahren gegründeten Firma für Einbruchschutz. Im Laufe der Zeit ist sein Engagement dort «von 50 auf weit über 100 Prozent gewachsen». Zudem hat er kürzlich geheiratet, was die persönlichen Prioritäten natürlich ebenfalls verändere, wie er sagt.

«Nicht persönlich genommen»

In einer 17'000-Einwohner-Gemeinde als 24-Jähriger Gemeinderat zu werden, sei spannend gewesen, aber auch eine Bürde, sagt Henrik Schoop. «Ich war immer ‹der Junge›.» Entsprechend stark habe er sich ins Zeug legen müssen, um Dossiersicherheit zu erlangen und ernst genommen zu werden.

Zuletzt stand er vor allem im Zusammenhang mit der Christophorus-Schule in den Schlagzeilen. Die Gemeinde hat der heilpädagogischen Schule im Rothus gekündigt, die Schule ging vor Gericht, und auf Schoop prasselte von linker wie von bürgerlicher Seite Kritik ein. Als Beobachter hatte man das Gefühl, dass ihm diese Kritik nahe gegangen ist. «Ja, das war eine intensive Zeit», sagt er. «Aber ich habe die Kritik nicht persönlich genommen, sondern sehe sie als politisches Mittel.»

In seiner Freizeit engagierte sich Schoop stark für die Pfadibewegung; auf lokaler, regionaler wie auch nationaler Ebene. Er ist bekennender SCB- und YB-Fan. Und es ist durchaus möglich, dass er früher oder später in die Politik zurückkehrt. Immerhin ist er erster Ersatzkandidat auf der FDP-Liste für den Grossen Rat. Falls ein Grossratsmitglied zurücktritt, könnte er ins Kantonsparlament nachrutschen. «Die Türe in die Politik ist nicht zu», sagt er dazu nur.

Nachfolger Gerardo Grasso

Die Nachfolge von Henrik Schoop im Ostermundiger Gemeinderat hat die FDP bereits geregelt. Aliosha Walter als erster Ersatzkandidat steht nicht zur Verfügung, ihn zieht es zum Studieren ins Ausland. Damit kommt der nächste Ersatz zum Zug: Gerardo Grasso, 55-jährig, Dozent für Betriebswirtschaftslehre an der Business School Bern. Der Vater von drei Kindern wohnt mit seiner Familie seit 18 Jahren in Ostermundigen und ist soeben in das Gemeindeparlament nachgerutscht. Am 23. August tut er zum ersten Mal dort mit, gut vier Monate später steigt er in die Exekutive auf.

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