Noch mehr Verletzte nach Töff-Streit in Belp

Die blutige Fehde zwischen Motorradclubs in Belp hat nicht nur drei, sondern fünf Verletzte gefordert. Ein 35-jähriger Mann ist in U-Haft.

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Nachdem es am vergangenen Wochenende in Belp zu einer handfesten Auseinandersetzung zwischen Mitgliedern rivalisierender Motorradclubs kam, befindet sich ein 35-jähriger Mann in Untersuchungshaft. Nach den bisherigen Ermittlungen geht die Polizei davon aus, dass Mitglieder von mindestens drei Motorrad-Gangs an dem Streit beteiligt waren.

Ein 35-jähriger Mann, der am Samstagabend angehalten wurde, ist inzwischen in Untersuchungshaft versetzt worden, wie die regionale Staatsanwaltschaft und die Berner Kantonspolizei am Freitag mitteilten. Nun gelte es zu klären, welche Rolle der 35-Jährige bei den Ereignissen effektiv gespielt habe.

Die Ermittlungen rund um die Auseinandersetzung gestalten sich nach Angaben der Ermittler «äusserst aufwendig». Warum es zum Streit kam, ist nach wie vor Gegenstand der Untersuchungen. Angesichts der unterschiedlichen Aussagen dürfte das Zusammentragen von Fakten auch noch einige Zeit in Anspruch nehmen, schreibt die Polizei weiter.

Mehr Verletzte als angenommen

Der Bandenkrieg unter den Motorradclubs forderte mehr Verletzte als zunächst angenommen. Am Wochenende waren drei verletzte Personen bekannt, zwei davon schwer. Unterdessen zeigte sich, dass ausserhalb des Kantons Bern ein weiterer Mann mit schweren Verletzungen in Spitalpflege ist. Zudem wurde im Verlauf des Sonntags eine fünfte Person zur Kontrolle ins Spital gebracht.

Nach aktuellen Kenntnisstand der Polizei befindet sich keiner der Verletzten in kritischem Zustand. Dass die Auseinandersetzung alles andere als harmlos war, belegt die Tatsache, dass die Polizei mehrere Waffen, darunter Faustfeuerwaffen, sichergestellt hat.

Rauhe Sitten

Die Einvernahmen durch die Polizei sind noch immer im Gang, ebenso Arbeiten im Zusammenhang mit der Spurensicherung und -auswertung. Welche Rocker-Banden sich in die Haare gerieten, gibt die Polizei nicht bekannt.

In den Medien kursierte das Bild eines Autos, auf dem «BFFB» eingekratzt war. Die Buchstaben stehen für «Bandidos forever - forever Bandidos». Der «Blick» berichtete vor Jahresfrist über einen drohenden Rocker-Krieg, weil die Bandidos in der Schweiz einen Ableger gründen wollten und dies den Hells Angels nicht passe. In Bern sind insbesondere die Broncos bekannt. Auch Broncos-Mitglieder sind gemäss Medienbildern am Samstag in Belp mutmasslich beteiligt gewesen.

«Da ist etwas aus dem Ruder gelaufen, das niemand wollte», sagte Jimy Hofer, ehemaliger Broncos-Chef und Berner Stadtrat jüngst in der «Berner Zeitung». Für ihn sind die Revierkämpfe reine Spekulation. Doch er räumte ein: «In der Szene herrscht ein raues Klima, das ist keine Sonntagsschule.»

cha/SDA

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