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Neustart an der Burgstatt

2007 brannte in der Burgstatt in Kerzers ein Mehrfamilienhaus. Jahrelang stritten die Eigentümer mit dem Kulturgüterschutz um die Bedingungen für einen Neubau. Nun bahnt sich eine Lösung an.

Nach dem Brand eine Ruine: Lange war unklar, was mit dem Grundstück auf der Burgstatt geschehen soll. Nun zeichnet sich eine Lösung ab.
Nach dem Brand eine Ruine: Lange war unklar, was mit dem Grundstück auf der Burgstatt geschehen soll. Nun zeichnet sich eine Lösung ab.
FN

«Wir haben eine gute Lösung gefunden», sagt Trudi Ruprecht, eine von sieben Eigentümerinnen des ehemaligen Mehrfamilienhauses in der Burgstatt in Kerzers. Vor knapp zehn Jahren brannte das Haus bis auf die Grundmauern nieder. Zurück blieb eine Ruine. Weil das Kellergewölbe statisch unsicher geworden war, wurde das Grundstück abgesperrt.

Lange konnten sich die Eigentümer mit dem kantonalen Amt für Kulturgüterschutz nicht auf einen Neubau einigen. Nun aber scheint endlich eine Lösung in Sicht: Die Parzelle wird verkauft. «Das Grundstück ist verschrieben», so Ruprecht.

Kleinerer Neubau verlangt

Der Konflikt mit dem Freiburger Amt für Kulturgüterschutz entzündete sich an den Auflagen für den geplanten Neubau. Zwei Vorschläge der Eigentümer wurden ungünstig beurteilt. Bei einem weiteren Vorschlag verlangte die Kommission einschneidende Änderungen. Im Gegenzug lehnten die Eigentümer ein Projekt, welches das Amt für Kulturgüterschutz hatte ausarbeiten lassen, ab. Unter anderem weil im Vergleich zum abgebrannten Haus eine ganze Wohnung fehlte.

Verzicht erwogen

Das Kulturgüteramt begründete seine strikte Haltung mit der baulichen Entwicklung des früheren Gebäudes. Dieses sei in mehreren Etappen umgebaut worden, zum Nachteil des geschützten Ortsbildes von Kerzers: «An dieser Stelle stand seit Beginn des 19. Jahrhunderts eine Stallscheune, welche im Laufe der Zeit umgebaut wurde», sagt Hansueli Baumgartner, Bauberater für Deutschfreiburg beim Amt für Kulturgüterschutz, heute dazu. «Es ist nicht sinnvoll, nun die Kopie des Hauses vor dem Brand mit all seinen störenden jüngeren An- und Umbauten wieder hinzustellen.» Wichtiger sei, einen Neubau zu schaffen, der sich optimal in die historische Burgstatt einpasse.

Aufgrund der Auseinandersetzungen wollten die Eigentümer vorübergehend gar auf einen Neubau des abgebrannten Hauses verzichten. In diesem Fall hätte aber die Gebäudeversicherung weniger Geld ausbezahlt.

Eine Geldfrage

«Wird die Parzelle nicht mehr für ein Wohnhaus genutzt oder ist das neue Wohnhaus kleiner, können wir die Leistungen kürzen», erklärt Grégoire Deiss, Leiter der Abteilung Versicherung bei der Freiburger Gebäudeversicherung. Das gelte aber nur, wenn sich der Eigentümer für die Änderung entschieden habe. «Verlangt der Kulturgüterschutz eine Verkleinerung, ist die Versicherung davon nicht betroffen.» Ob die Gelder an die bisherigen oder an die neuen Eigentümer gehen, weiss Deiss nicht: «Das hängt von der Regelung im Kaufvertrag ab.»

«Nun müssen wir uns nicht mehr um den Kulturgüterschutz kümmern», zeigt sich Trudi Ruprecht erleichtert. Dass die Eigentümer das Grundstück verkaufen, weil sie sich mit dem Güterschutz nicht einigen konnten, mag Ruprecht nicht bestätigen: «Für uns ist die Geschichte jetzt erledigt.»

sos/FN

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