Bern

Mit Körperbeherrschung die Schwerkraft überwinden

BernRaffael Geissbühler ist einer von dreissig Athleten, die in Bern Street Workout betreiben. Bei der Sportart, die totale Körperbe­herrschung erfordert, werden im Sommer erstmals Schweizer Meisterschaften ausgetragen.

«Calisthenics» nennt sich die Sportart, die Raffael Geissbühler praktiziert. Besser bekannt ist der zweite Name «Street Workout».
Video: Annic Berset

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Aufwärmen ist angesagt an diesem nassgrauen Tag im Park bei der Bodenweid in Bümpliz. Raffael Geissbühler verbringt einige der zehn Stunden, die er wöchentlich in Calisthenics investiert, hier am Eisengerüst im Park.

Die junge Sportart, die seit ungefähr sechs Jahren in den USA stark vermarktet wird und auch unter dem zweiten Namen Street Workout bekannt ist, kommt langsam auch nach Bern. «Stärker werden, absolute Körperbeherrschung und über sich hinauswachsen» lautet das Motto von Calisthenics. Einfacher klingt dieser Begriff, wenn man ihn vom Griechischen übersetzt – gesunde, schöne Kraft bedeutet er.

«Die Szene ist fast gänzlich durch Youtube-Videos bekannt geworden», erzählt Geissbühler. Besonders das Video des Street-Workout-Pioniers «Hannibal for King» sei um die Welt gegangen. Eigentlich hätten aber nicht die Amerikaner die Sportart gegründet, weiss der 28-Jährige zu erzählen. «Der Ursprung von Street Workout liegt in Russland und in der Ukraine.

Viele Elemente haben die Athleten vom Kunstturnen übernommen.» Nur die Werbung und Bekanntmachung seien in den USA etwas schneller entdeckt worden. Auch der in Köniz aufgewachsene Geissbühler ist dank den Videos auf die Sportart aufmerksam geworden. «Etwa vor vier Jahren habe ich angefangen zu trainieren», sagt er.

Erste Meisterschaften

Nun aber fertig erzählt, Geissbühler schwingt sich an den Eisenstangen hoch und zeigt ein paar Übungen vor. Ein­drücklich ist vor allem, wie er immer wieder, so wie bei der «Human Flag», der menschlichen Flagge, die Schwerkraft zu überwinden scheint, wenn er hori­zontal in der Luft hängt.

Nach einigen Minuten am Gerüst brennen die Muskeln bereits, und der Berner kommt ins Schnaufen. Wofür trainiert er eigentlich so hart? «Am 19.?Juni finden im Neufeld erstmals Schweizer Meisterschaften statt. Da will ich natürlich vorbereitet sein», sagt er. Sein Ziel ist klar. «Ich will mit der Goldmedaille nach Hause ­gehen.»

Ungefähr dreissig Sportler würden Street Workout in Bern trainieren, erklärt Raffael Geissbühler. An den jährlich statt­findenden Weltmeisterschaften in Moskau hingegen würden schon seit geraumer Zeit Sportler aus über vierzig Ländern teil­nehmen. Der 28-Jährige ist sich sicher: «Es werden in Bern immer mehr zum Street Workout finden.»

Serien-Auftakt: In einer losen Folge prä­sentieren wir in einer Serie un­bekanntere Sportarten, die man in Bern betreiben kann. (Berner Zeitung)

Erstellt: 25.02.2016, 10:52 Uhr

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