Mit Humor gegen Parksünder

Ostermundigen

Wer sein Auto im Ostermundiger Oberfeldquartier falsch parkiert, wird von den Behörden mit humorvollen Sprüchen zurechtgewiesen.

«Besten Dank, dass Sie Ihr Auto hier parkieren! Wir freuen uns über Ihr Geld in der Gemeindekasse! Nutzen Sie das Bussgeld für was anderes.» Solche und ähnliche Sprüche finden Falschparkierer im Oberfeldquartier hinter ihren Scheibenwischern.

«Besten Dank, dass Sie Ihr Auto hier parkieren! Wir freuen uns über Ihr Geld in der Gemeindekasse! Nutzen Sie das Bussgeld für was anderes.» Solche und ähnliche Sprüche finden Falschparkierer im Oberfeldquartier hinter ihren Scheibenwischern.

(Bild: Christian Pfander/Archiv)

Im Oberfeldquartier in Ostermundigen sind falsch parkierte Fahrzeuge ein grosses Ärgernis. In der 30er-Zone stehen ständig Autos zwischen den Bäumen, auf dem Trottoir oder auf den Wendeflächen. So werden Verkehrsflächen blockiert, obwohl überall im Quartier richtige Parkplätze verfügbar sind.

Die Behörden wollen das Problem auf humorvolle Art und Weise lösen. Neu stehen neben den betroffenen Flächen Hinweis­­tafeln der Verwaltung. Auf den sechs Tafeln stehen unterschiedliche Sprüche geschrieben, die auf das Fehlverhalten hinweisen. «Besten Dank, dass Sie Ihr Auto hier parkieren! Wir freuen uns über Ihr Geld in der Gemeindekasse! Nutzen Sie das Bussgeld für was anderes» ist einer dieser Sprüche.

Autofreie Siedlung

Aktuell werden die Schilder an der Ahornstrasse im Oberfeldquartier getestet. Ausgerechnet in diesem befindet sich – ironischerweise – eine der grössten autofreien Siedlungen der Schweiz. Auf die 100 Wohnungen der Überbauung kommen nur 10 Parkplätze.

Laut dem zuständigen Gemeinderat Andreas Thomann (SP) sind aber nicht die fehlenden Parkplätze das Problem. «Gemäss den Bewohnern gibt es sogar an Wochenenden genügend freie Parkplätze», erklärt er. Und weiter: «Das Problem hat meiner Meinung nach eher etwas mit Bequemlichkeit zu tun.»

Tatsächlich existieren im Gebiet eine Menge normaler Parkfelder, auf denen das Parkieren bis zu drei Stunden gratis ist. Im Februar erklärten die Gemeindebehörden den Anwohnern mit einem Flyer die lokale Parkordnung und die Gebühren. Nun gehen sie mit den Hinweisschildern einen weiteren Schritt zur Bekämpfung der Wildparkierer.

Idee aus Interlaken

Die Idee stammt jedoch nicht von einem humorvollen Ostermundiger, sondern vom Polizeiinspektorat Interlaken. Bereits seit einem Jahr mahnen dort vergleichbare Plakate vor Verkehrsvergehen. Laut den Behörden ist die Aktion erfolgreich und hat bei der Bevölkerung grösstenteils positive Reaktionen hervor­­gerufen.

Ob die Tafeln in Ostermundigen ebenfalls ein Erfolg sind, will die Gemeinde in drei Monaten beurteilen. Bei einer guten Bilanz wird die Gemeinde mit den ­­Plakaten weiterarbeiten. «Wir haben bereits positive Rück­­meldungen aus der Bevölkerung, und ich kann mir vorstellen, die Aktion auf andere Gebiete auszuweiten», sagt Thomann.

Zuerst will er die dreimonatige Testphase abwarten. Diese wird zeigen, ob die Bevölkerung den Witz dahinter versteht oder ob nur humorlose Bussen und bauliche Massnahmen wirken.

Berner Zeitung

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