Mit diesen Möbeln finden sich Demente besser zurecht

Biglen

Das Traditionsunternehmen Bigla produziert und vermarktet Möbel für den Pflegebereich und für Büros. Zum neuesten Angebot gehören Möbel für Demenzkranke.

Helle Möbel mit dunklen, abgerundeten Kanten sollen demenzkranken Menschen die Orientierung erleichtern.

Helle Möbel mit dunklen, abgerundeten Kanten sollen demenzkranken Menschen die Orientierung erleichtern.

(Bild: Christian Pfander)

Für eine demenzkranke Person ist eine schwarze Fläche ein Loch. Blau assoziiert sie mit Wasser. Die Wahrnehmung des Dreidimensionalen schwindet bei Dementen, und beim Blick in den Spiegel meinen viele, es sei noch eine weitere Person im Zimmer. Diese und andere Erkenntnisse werden beim Design von Möbeln für Demenzkranke einbezogen. Bei der Firma Bigla in Biglen ist ein Musterzimmer eingerichtet, das den Bedürfnissen von Demenzkranken entgegenkommt. Die Möbel stammen von der deutschen Spezialfirma Wissner-Bosserhoff und aus Italien. Bigla Care berät Pflegeinstitutionen und vermarktet das Demenzmöbelkonzept.

In der Fabrikationshalle von Biglen hergestellt werden spezielle, auf schweizerische Verhältnisse abgestimmte Nacht- und Esstische für den Pflegebereich sowie die selber entwickelten Büromöbel, erklärt Daniel Weber, Geschäftsführer von Bigla Care.

In der Schweiz leben über 100'000 Personen mit Demenz – die Tendenz ist steigend. Wie Studien aufzeigen, kann mit passenden Möbeln ihre Lebensqualität deutlich gesteigert werden.

Transparente Schranktüren

Das Möbelkonzept für Demente heisst Memoriana. Es setzt auf Erkennung. So kann beispielsweise ein markanter Kleiderständer gleich neben der Türe zur Orientierung beitragen, vor allem, wenn noch der eigene Mantel dranhängt. Die Möbel sind aus hellgebeiztem Holz mit abgerundeten, dunklen Rändern und Kanten, die als Orientierungshilfe den fehlenden Sinn für das Dreidimensionale kompensieren. Die Schranktüren sind aus entspiegeltem, bruchsicherem Glas, dahinter mit Symbolen bezeichnete Schubladen: eine für Pullis, andere für Hosen, Socken und Unterwäsche. Das soll Struktur in die Suche von Kleidern bringen und zielloses Wühlen verhindern.

Die Möbel, welche Demenzkranken die räumliche Orientierung erleichtern sollen, sind beispielsweise in den Niederlanden schon länger zentraler Bestandteil des Betreuungskonzepts für demente Menschen. «Institutionen für Demenzkranke sind an diesen Möbeln sehr interessiert», sagt Daniel Weber.

Einziger Anbieter

Bigla Care ist gegenwärtig die einzige Anbieterin von Einrichtungen für demente Menschen. Wichtig sei, so erklärt Daniel Weber, dass die Räume der Kranken behaglich und wohnlich wirken. Die Betten sollen zwar Schutz und Sicherheit bieten, aber nicht ein Gefühl von Freiheitsberaubung auslösen.

Ihr Möbelkonzept fortsetzen will Bigla Care mit speziellen Leuchten. Deren Licht soll den Spiegel des Hormons Melatonin senken. Das bewirkt, dass demente Menschen tagsüber weniger schlafen und nachts zur Ruhe kommen.

Berner Zeitung

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