Mit der Miss Bern auf Tour

Am Samstag wurde Jessica Bagutti im Kursaal zur Miss Bern gekürt. Wir haben die 25-Jährige zu Hause in Oberbuchsiten im Kanton Solothurn besucht und mit ihr danach die schönsten Plätze in Bern besucht.

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Markus Ehinger@ehiBE

Samstagabend, 22.38 Uhr. Zuvorderst auf der Bühne stehen nur noch zwei Miss-Bern-Finalistinnen: Sarah Bianca Lucas und Jessica Bagutti. Die Spannung im Kursaal steigt. Dann verkündet Moderatorin Viktoria Gasser, sie war vor vier Jahren selber Miss Bern, das Resultat: «Miss Bern 2016 ist – Jessica Bagutti.» Das Publikum applaudiert und jubelt, Jessica Bagutti hält sich die Hände vors Gesicht. Man merkt ihr an, dass sie überrascht ist. «Ich bin sprachlos. Jetzt beginnt ein neuer Lebensabschnitt, auf den ich mich freue», sagt sie ins Mikrofon, nachdem ihr ihre Vorgängerin Romy Bringold das Krönchen aufgesetzt hat.

Besuch im Kanton Solothurn

Ortswechsel. Für den Besuch bei der neuen Miss Bern fahren wir fast 40 Minuten mit dem Auto in den Kanton Solothurn nach Oberbuchsiten. Knapp 2000 Menschen leben in dieser Gemeinde. Von der Autobahn A1 aus sieht man den Born. Das ist so etwas wie der Hausberg von Olten. Im Hintergrund erkennt man die Dampfwolke des Atomkraftwerks Gösgen. Wir befinden uns im Bezirk Gäu. Die Gäuer sind bekannt für ihre ausgelassenen Partys und die Fasnacht. Eine ausgelassene Party hat auch Jessica Bagutti hinter sich. «Ich habe nur zwei Stunden geschlafen », sagt sie, nachdem sie uns in ihrer gemütlichen Wohnung empfängt.

Seit der Wahl zur Miss Bern sind noch keine zwölf Stunden vergangen. «Erst jetzt realisiere ich langsam, dass ich Miss Bern bin», sagt sie und lacht. «Das war schon eine grosse Überraschung.» Tatsächlich schien am Samstagabend auch das Publikum im Kursaal überrascht zu sein. Ein erstes Mal, als es Kandidatin Anna Erni aus Rüegsau nicht unter die letzten sechs Finalistinnen schaffte. Viele hatten sie als Favoritin gesehen. Sie wurde aber «nur» Miss Fotogen und darf (oder muss) dafür im nächsten Videoclip von Sänger Piero Esteriore auftreten. Eine weitere Favoritin war Sarah Bianca Lucas. Sie schaffte es immerhin bis ins Finale, muss sich aber nun mit dem Titel «Vize-Miss Bern» begnügen.

Erstmals eine Solothurnerin als Miss

Zurück nach Oberbuchsiten, wo Jessica Bagutti mit ihrem Freund Benjamin, einem gelernten Hochbauzeichner, seit zweieinhalb Jahren zusammenlebt. Baguttis Handy klingelt fast ununterbrochen. «Ich habe es noch nicht geschafft, allen für ihre Gratulationen zu danken.» Wir wollen mehr über die Solothurnerin, die nun ein Jahr lang den Kanton Bern vertreten soll, wissen. Sie ist die erste Solothurnerin, die Miss Bern ist. Dass sie keine Bernerin sei, spiele keine Rolle, betont die sympathische 25-Jährige. Ihr Vater sei Berner, und sie habe während der Vorbereitung auf die Miss-Wahl viel von Bern gelernt. «Ich habe Bern gern und werde auch weiterhin viel Zeit dort verbringen, sodass ich Bern gut repräsentieren kann.» Vom Missenjahr erhofft sie sich eine Erweiterung ihres Netzwerks und viele neue Bekanntschaften. «Ich möchte Gutes bewirken und mit meiner offenen, lustigen und freundlichen Art in positiver Erinnerung bleiben.»

Zwei Sänger im Mittelpunkt

Am Samstagabend im Kursaal fallen neben den zwölf Schönheiten vor allem zwei Männer auf: Sänger Jesse Ritch, der unter anderem seine Fussball-EM-Hymne «Game of Colors» präsentiert, sowie Figaro Piero Esteriore. Letzterer sitzt für die Wahl als «Sprengkandidat» in der achtköpfigen Jury und hilft den Moderatoren Steve Krähenbühl und Viktoria Gasser zum Schluss der Show, die Zeit zu überbrücken. Die Notarin taucht minutenlang nicht auf mit dem Endresultat. Und so betätigt sich Esteriore unter anderem als Opernsänger und Entertainer.

«Bern ist eine schöne Stadt»

Wie Jessica Bagutti schliesslich Miss Bern wurde, darüber kann man spekulieren. Die Meinung der Jury, zu der unter anderem Michèle Stofer, Vize-Miss Schweiz 2014 aus Kehrsatz, oder Model und Freestyle-Skierin Mirjam Jaeger gehörten, zählte nur zur Hälfte. Mehrmals konnten die Zuschauer im Saal per SMS für ihre Favoritin voten. Am Sonntag begleiten wir Bagutti an die schönsten Plätze in Bern.

Beim Aargauerstalden schwärmt sie: «Das ist schon eine unglaublich schöne Stadt.» Spontan formt sie mit ihren Händen ein Herz und posiert für Bernerbär-Fotograf Sacha Geiser. Im Schwellenmätteli sei sie auch schon gewesen, sagt Bagutti. Ihr Freund habe sie hier einmal überrascht. Ihre Überraschung, dass sie Miss Bern ist, legt sich während des Tages nach und nach. Und wir gelangen zur Erkenntnis: Jury und Publikum haben gut entschieden.

Bernerbär

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