Michael Fehr wird beim Wettlesen Zweiter

Klagenfurt

Der diesjährige Bachmann-Preis geht an den Wiener Tex Rubinowitz. Der Berner Spoken-Word-Autor Michael Fehr gewinnt den zweiten Preis.

Michael Fehr (links) mit den anderen Preisträgern: Gertraud Klemm, Tex Rubinowitz, Senthuran Varatharajah und Katharina Gericke (v.l.).

Michael Fehr (links) mit den anderen Preisträgern: Gertraud Klemm, Tex Rubinowitz, Senthuran Varatharajah und Katharina Gericke (v.l.).

(Bild: Keystone)

Obwohl es beim Wettlesen um den renommierten Bachmann-Preis um meist anspruchsvolle literarische Texte geht, versuchten die Veranstalter die Preisverleihung am Sonntag so spannend zu gestalten, als wäre es ein Fussballspiel. Es gab zunächst eine Shortlist mit nunmehr sieben von vierzehn Kandidaten.

Überraschend erhielt in der ersten Wahlrunde der Berner Spoken-Word-Autor Michael Fehr als Einziger zwei Stimmen der siebenköpfigen Jury zugesprochen. In den weiteren Wahlrunden setzte sich jedoch der Wiener Tex Rubinowitz mit einer Art Liebesgeschichte um die Mühen der Verständigung gegen den Berner durch und gewann den mit 25'000 Euro dotierten Hauptpreis. Dem 32-jährigen Michael Fehr wurde der mit 10'000 Euro dotierte Kelag-Preis zugesprochen. Weitere Preise gingen an den in Sri Lanka geborenen Berliner Senthuran Varatharaja mit einem Facebook-Dialog über die Fallstricke des Asyls und an die Berlinerin Katharina Gericke. Den Publikumspreis erhielt die Österreicherin Gertraude Klemm.

Schweizer Juroren für Fehr

Für Michael Fehr machten sich vor allem die beiden Schweizer Juroren stark. Hildegard Keller, die auch im «Literaturclub» mitdiskutiert, lobte den erweiterten Literaturbegriff, den Fehr mit seiner Kunst fordert. Seine mit auffallender Musikalität vorgetragenen Texte gewinnen ihre volle Wirkung in der Performance.

Juri Steiner, der Fehr eingeladen hatte, würdigte dessen Text «Simeliberg» als Sinnesreise. Leer ausgegangen ist die Bündnerin Romana Ganzoni, neben Fehr die zweite Teilnehmerin aus der Schweiz.

Das Wettlesen um den Bachmann-Preis gilt als Feuertaufe, da sich die Juroren in früheren Zeiten oftmals auf Kosten der Autoren profilierten. Vor Michael Fehr hat 2010 die Zürcherin Dorothee Elminger den Kelag-Preis gewonnen. Aus Bern sind in vorigen Jahren Heinz Helle, Pedro Lenz und Christoph Simon angetreten. Anne-Sophie Scholl

Berner Zeitung

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