Mein Name ist... Alet

In der Rubrik «Mein Name ist...» stellen wir jeden Tag ein Tier vor, das in oder an der Aare lebt.

Der Alet ist allein in der Aare unterwegs.

Der Alet ist allein in der Aare unterwegs.

Franziska Zaugg

Mir ist es am wohlsten, wenn ich für mich alleine sein kann. Meine Mutter legte mit mir Zehntausende Eier auf einmal, da war mächtig viel los. Klar wurden nicht alle befruchtet, und auch nicht all meine Geschwister haben überlebt, aber meine Familie ist riesig.

In den ersten Jahren schwammen wir jungen Fische noch gemeinsam durch die Aare, hatten den Plausch und stritten uns um unsere Lieblingsspeisen: Würmer, Kleinkrebse, Insektenlarven und Algen. Wir futterten viel und legten so kräftig an Gewicht und Grösse zu. Ich gehöre mit meinen 70 Zentimetern zu den längsten Alets überhaupt.

Doch kaum waren wir erwachsen, trennten wir uns. Wir hatten genug vom Trubel, den das Familienleben mit sich bringt. Seither schwimmt jeder für sich.

So ganz alleine unterwegs bin ich froh über meine unauffällige Erscheinung. Mit meinem graugrün gefärbten Rücken und den silbrig schimmernden Flanken nimmt man mich im teils trüben Aarewasser kaum wahr. Ich muss einzig aufpassen, dass ich nicht plötzlich an einem Angelhaken hänge. Die Fischer wissen von meiner Schwäche für Kirschen und Brot und lauern mir entlang der Aare auf.

Berner Zeitung

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