Mehr Kinder, höhere Kosten

Ostermundigen

An der nächsten Sitzung des Parlaments wird unter anderem die neue Bildungsstrategie Thema sein. Das Wachstum der Gemeinde macht einige Investitionen in die Bildung nötig.

Zehn neue Klassen müssen in Ostermundigen bis 2024 voraussichtlich eröffnet werden (Symbolbild).

Zehn neue Klassen müssen in Ostermundigen bis 2024 voraussichtlich eröffnet werden (Symbolbild).

(Bild: Keystone)

Stephanie Jungo

Integration, zeitgemässe Ausrüstung und qualitativ hochstehender Unterricht: Dies sind die Schlagworte der neuen Bildungsstrategie von Ostermundigen. Neben offen formulierten Zielen hält das Papier fest, welche finanziellen Herausforderungen auf die Gemeinde zukommen: «Wir bekommen nun die Rechnung für das Wachstum», sagt Gemeinderat Henrik Schoop (FDP).

Die stetig ansteigenden Schülerzahlen machen Investitionen nötig. Zehn neue Klassen müssen bis 2024 voraussichtlich eröffnet werden. Pro Klasse schätzt die Gemeinde die Kosten auf 100'000 Franken.

Für die Schüler muss zudem die nötige Infrastruktur bereitgestellt werden. Hierfür erweitert die Gemeinde die Tagesschule Rüti und das Schulhaus Mösli. Die Kosten dafür belaufen sich auf rund 3 Millionen Franken. Ausserdem muss Ostermundigen die Schulanlage Rothus für 750'000 Franken wieder in Betrieb nehmen.

Momentan sind dort die heilpädagogische Christophorus-Schule und die Berufs-, Fach-, und Fortbildungsschule Bern untergebracht. Durch deren Wegzug entgeht der Gemeinde eine jährliche Miete von rund 300'000 Franken. ­Zudem hat die Christophorus-Schule Anspruch auf eine Rückerstattung von 1 bis 1,5 Millionen Franken.

Strategie nicht umsetzbar

Die Bildungsstrategie wurde in der Mitwirkung grösstenteils positiv aufgenommen. Die teilnehmenden Lehrer befürchten jedoch, die angestrebten Ziele seien angesichts der finanziellen Lage der Gemeinde nicht umsetzbar.

Diese Meinung teilt Schoop nicht. «Die Strategie ist nicht Wunschdenken, sondern bildet die Realität ab.» Investitionen würden vor allem zwei Dinge nötig machen: «Der heutige Qualitätsanspruch muss auch für die neuen Klassen gelten.» Ausserdem müssten veränderte Bedürfnisse der Gesellschaft befriedigt werden. Beispielsweise die grössere Nachfrage nach Tagesschulplätzen. «Um diese Kosten wird die Gemeinde ohnehin nicht herumkommen.» Notfalls müsse dafür in anderen Bereichen gespart werden.

Schulmodell wird überprüft

Für Irritierung sorgte in der Mitwirkung auch die angekündigte Überprüfung des Schulsystems der Sekundarstufe. «An welches Modell wurde gedacht?», fragt etwa die EVP. «Das Schulmodell der Sekundarstufe ist seit 20 Jahren in Betrieb», erklärt Schoop. Eine Überprüfung sei daher angebracht. Momentan unterrichten die Schulen Sek und Real getrennt voneinander.

Durchlässigkeit gibt es nur in den Haupt­fächern: Ein Realschüler kann beispielsweise den Mathematikunterricht auf Sekniveau be­suchen, wenn seine Leistungen dazu ausreichend sind. Ob dieser Status quo bleibe oder ein Wechsel zu gemischten Niveaus stattfinde, könne erst nach einer Überprüfung gesagt werden.

Das Parlament behandelt die Bildungsstrategie an der nächsten Sitzung.

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