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Media-Markt als Sündenbock

Christoph Hämmann, Redaktor Ressort Stadt Bern, zum Entscheid der Migros, das Projekt Markthalle abzubrechen.

Die Markthalle hätte per Ende Jahr neu eröffnet werden sollen. Nun verkündet die Migros Aare das Ende des Projekts.
Die Markthalle hätte per Ende Jahr neu eröffnet werden sollen. Nun verkündet die Migros Aare das Ende des Projekts.
zvg
So hätte die Markthalle aussehen sollen.
So hätte die Markthalle aussehen sollen.
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Auch eine Bar hatte ihren Platz.
Auch eine Bar hatte ihren Platz.
Claudia Salzmann
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Die Migros, wahrlich nicht unerfahren in der Projektentwicklung, wirft den Bettel hin: Die neue alte Markthalle ist gescheitert. Dabei erstaunten am Dienstag vorab zwei Dinge: wie die Migros mit ihrem Entscheid alle Parteien überrumpelte. Und dass sie unter den zahlreichen Gründen die «unüberbrückbaren Differenzen» mit Media-Markt hervorhob.

Dass dies entscheidend ­war, ist fast nicht zu glauben. Die Millionen, mit denen sich Media-Markt loszukaufen versucht, zeigen, wie verzweifelt das Unternehmen die Markthalle verlassen will. Das legt den Schluss nahe, dass der Deal zwischen Migros und Media-Markt weitere Aspekte umfasste, bei denen ­Media-Markt Druck aufsetzte – oder dass das deutsche Unternehmen als Sündenbock gerade recht kam.

Hier x-fach mit der Migros verstrickte Behörden sowie lokale Gastrobetriebe, die mündliche Zusagen hatten und mit dem Entscheid am Dienstag vor den Kopf gestossen wurden, dort der ungeliebte Media-Markt – da ist schnell entschieden, wem man lieber die Schuld gibt.

Ebenso plausibel ist, dass sich die Migros verrechnet hat. Das Projekt sei immer komplexer ­geworden, räumt sie selber ein: betreffend Bausubstanz, Mieterausbau und Betriebskonzept. Gleichzeitig schien der Durchbruch nah, ein Entscheid des Statthalters im Sinne der Migros realistisch. Auch deshalb überrascht das abrupte Ende.

christoph.haemmann@bernerzeitung.ch

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