Mark Streit zeigt Bern den Stanley-Cup

Auf seiner langen Reise hat der berühmteste Eishockeypokal der Welt, der Stanley-Cup, in Bern haltgemacht – Mark Streit sei Dank.

Nicht anfassen: Im Video erklärt der Stanley-Cup-Sieger Mark Streit, welche strengen Regeln für den Pokal gelten.
Adrian Ruch

Der Stanley-Cup ist eine geschichtsträchtige Trophäe. Eine Tradition in diesem Zusammenhang ist, dass jeder Spieler aus dem Team des NHL-Champions die Gelegenheit bekommt, einen Tag mit dem Pokal zu verbringen und diesen nach seinen Wünschen zu gestalten.

Das über 15 Kilogramm schwere Stück hat daher schon einiges erlebt; Mark Messier nahm ihn etwa in diverse Stripklubs mit, Sylvain Lefebvre füllte ihn mit Weihwasser und nutzte ihn für die Taufe seiner Tochter, bei Patrick Roy fand sich der Pokal auf dem Boden des Swimmingpools wieder, Kris Drapers Baby verrichtete in der Schüssel sogar das Geschäft.

Am Mittwoch war die Reihe an Mark Streit. Der Berner Eishockeyprofi holte die aus Stockholm eingeflogene Trophäe zusammen mit seinem Cousin am Flughafen in Kloten ab. Danach posierte er für das Schweizer Fernsehen im Rosengarten. Nach dem Mittag brachten der ehemalige SCB-Junior und die beiden Aufpasser den Stanley-Cup in den Erlacherhof, wo dieser zuerst den Medienschaffenden präsentiert wurde.

  • loading indicator

Stadtpräsident Alec von Graffenried bezeichnete Streit, der den Titel mit den Pittsburgh Penguins gewonnen hatte, als «Heimwehberner» und «grossartigen Botschafter für Bern». Er hoffe, Streit könne den Ruf der Sportstadt Bern noch lange in die Welt hinaustragen. Mindestens eine Saison wird der Schweizer NHL-Pionier in der weltbesten Eishockeyliga noch spielen.

Kürzlich erhielt er von den Montreal Canadiens einen Einjahresvertrag. Das sei nicht selbstverständlich für einen 39-Jährigen, hielt er fest und betonte die grosse Vorfreude auf die Rückkehr an seine erste NHL-Station. Streit schenkte dem Stadtpräsidenten zum Dank für die Gastfreundschaft ein Penguins-Trikot mit der Nummer 32, das dieser prompt überstreifte.

Mark Streit übergab dem Berner Stadtpräsidenten ein Penguins-Trikot und machte zahlreiche Fans mit Autogrammen glücklich. Video: Florine Schönmann / Jan Weisstanner

«Es ist surreal, dass ich das erleben darf», erzählte Streit. Wenn er die Trophäe anschaue, die eingravierten Klubs und Spieler sehe, empfinde er es als riesige Ehre und als Privileg, dass bald auch sein Name dort stehen werde. «Als Eishockeyspieler bist du dann für immer verewigt, das ist schon ein Ritterschlag.»

Es war offensichtlich, wie sehr er es genoss, die «beste Trophäe im Sport» in seiner Heimatstadt präsentieren zu können. Er strahlte übers ganze Gesicht, als er den Pokal im Ehrenhof des Erlacherhofs vor rund 1000 Eishockeyanhängern in die Höhe stemmte, sich mit SCB-Nachwuchsspielern fotografieren liess und Autogrammkarten verteilte. «Der Tag vergeht viel zu schnell – wie an der Hochzeit», sagte er.

Sein Tag mit dem Stanley-Cup war da noch nicht zu Ende. Der nächste Programmpunkt war ein Besuch bei Sportminister Guy Parmelin im Bundeshaus. Und schliesslich veranstaltete Mark Streit für Familienmitglieder und Freunde, insgesamt rund 100 Personen, ein grosses Fest.

Am Donnerstagvormittag wird der «Kübel» nach Hause geflogen – nach Toronto, wo die Eishockey-Ruhmeshalle steht.

Berner Zeitung

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt