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Lucia Müller macht eine Ausnahme

Es kam ganz anders als geplant. Deshalb hat SVP-Frau Lucia Müller das Präsidium des Grossen Gemeinderats bereits zum zweiten Mal übernommen.

Lucia Müller mag es farbig – das wird im Garten der neuen GGR-Präsidentin rasch klar.
Lucia Müller mag es farbig – das wird im Garten der neuen GGR-Präsidentin rasch klar.
Susanne Keller

Präsidentin oder Präsident eines Parlaments ist man in der Regel einmal im Leben. Das gilt im Nationalrat und Grossen Rat ebenso wie im Grossen Gemeinderat von Ostermundigen. Doch hier erfährt die Regel nun eine Ausnahme: Lucia Müller (SVP) wurde gestern Abend einstimmig zur neuen GGR-Präsidentin gewählt. Zum zweiten Mal nach 2010 wird sie ein Jahr lang als «höchste Ostermundigerin» amten.

Lucia Müller lacht, wenn sie diesen Ausdruck hört. Das Amt werde etwas überschätzt, sagt die ausgebildete Lehrerin. Sie nehme ja nur ein paar Repräsentationsaufgaben wahr, leite sieben oder acht Sitzungen – und brauche natürlich etwas mehr Zeit für die Vorbereitung. Denn: «Ich will die Traktanden kennen, sodass ich guten Gewissens einen Stichentscheid fällen könnte.»

Die kreative Ader

Eigentlich hatte die SVP Markus Truog für das Amt vorgesehen. Doch dann gab dieser letzten Frühling zu, in drei Verbänden Geld abgezweigt zu haben, und legte alle Ämter nieder. «Wir mussten rasch Ersatz finden», sagt Lucia Müller. Weil sie die Abläufe kannte und damit eine kurze Einarbeitungszeit hatte, sagte sie Ja. Zudem übernahm sie von Truog das Präsidium der SVP Ostermundigen. Dass diese zuweilen dem rechten Lager zugeordnet wird, stört die 56-Jährige. «Wir sind bürgerlich.» So sei auch sie persönlich: bodenständig, traditionsbewusst, durchaus offen gegenüber Neuem – «dort, wo das Alte nicht mehr gut ist». Besonders ausgeprägt ist bei Müller die kreative Ader: Sie malt Bilder, gestaltet Tonfiguren, verziert das Bäumchen im Garten mit farbigen Flaschen und spielt Klavier. Früher gab sie auch Musikunterricht. Heute arbeitet sie im Büro, macht die Administration für die Weiterbildung der bernischen AHV-Zweigstellenleiterinnen und -leiter.

Aufgewachsen ist Lucia Müller im Kanton Appenzell Innerrhoden. Ins Bernbiet kam sie durch ihren Mann, den sie an einem Fussballturnier kennen lernte. Heute hat sie drei erwachsene Kinder und zwei Grosskinder. Der Appenzeller Dialekt ist ihr nicht mehr anzuhören, ebenso wenig ist sie Mitglied im Appenzeller Verein. «Lieber engagiere ich mich dort, wo ich lebe.» Deshalb baute sie in Ostermundigen das Mixed-Volleyball auf und liess sich seinerzeit für die Schulkommission Dennigkofen und die Kulturkommission aufstellen. Vor knapp einem Dutzend Jahren kam sie in den GGR.

Die Tulpen-Aktion

In ihrer ersten Amtszeit als GGR-Präsidentin machte sie sich einen Namen, als auf ihre Initiative in Ostermundigen 25000 Tulpenzwiebeln unter die Leute gebracht wurden und die Bernstrasse in ein Blumenmeer verwandelten. «Ich finde, das Erscheinungsbild unserer Gemeinde wurde einige Zeit vernachlässigt», sagt sie. «Dabei könnte man mit wenig Geld vieles bewirken.» Deshalb kann sie sich vorstellen, auch dieses oder nächstes Jahr wieder etwas Spezielles zu lancieren. «Wie wärs», fragt sie, «mit einem Wettbewerb für schönen Blumenschmuck an den Häuserfassaden?» Markus Zahno

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