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Lieber chatten als jobben?

Zwei Berner Kinder- und Jugendpsychologinnen glauben nicht, dass Facebook und Co. die Jugend von heute vom Arbeiten abhalten.

Keystone

Muriel Riesen (44), Arbeitspsychologin an der BNF Bern, hatte früher verschiedene Freizeitjobs. Zu der Frage, ob die heutige Jugend faul sei und nur auf dem Sofa rumsitze, meinte sie: «Ganz im Gegenteil, die Jugendlichen machen heute noch mehr als früher.» Dies wunderte uns, da wir etwas völlig anderes erwartet hatten. Wir hatten nämlich festgestellt, dass Jugendliche mit der Schule und den Hobbys genug zu tun haben.

Sie gab uns den Tipp, dass es von Vorteil sei, wenn man persönliche Kontakte ausschöpfe, damit man einen Freizeitjob erlangen kann. Muriel Riesen empfiehlt jedem Jugendlichen einen Freizeitjob, weil dabei wertvolle Erfahrungen für das spätere Berufsleben gesammelt werden können. Und dann lässt sich damit auch noch ein zusätzliches Taschengeld verdienen.

Marlise Himmelberger (60), Kinder- und Jugendpsychologin bei der Erziehungsberatung Bern, putzte mit 15 Jahren Schulhäuser, um Geld für ihre Ferien zu verdienen. Sie sagte, sie habe dabei Supererfahrungen gemacht und könne es nur weiterempfehlen, dass Jugendliche einen Freizeitjob ausüben. Zu unserer Frage, ob denn die Jugendlichen faul seien und nur auf dem Sofa rumsitzen und chatten würden, äusserte sich Marlise Himmelberger ähnlich wie Muriel Riesen: « Im Gegenteil, die Jugendlichen sind sehr aktiv und machen fast zu viel. Man müsste sie eher bremsen. Ich glaube nicht, dass die neuen Medien die Jugendlichen von Freizeitjobs abhalten.»

Die Kinderpsychologin meinte zudem, es sei heutzutage nicht einfach, einen Freizeitjob zu bekommen. Sie gab den wertvollen Tipp, Jugendliche sollten sich bei Jugendtreffs und in der Wohngemeinde nach passenden Angeboten umsehen.

Gioia Schönfeld, Marco Hofer, Rony Wyss, Iris Hirsig

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