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Letzte Ruhe für Buddhisten

Bremgartenfriedhof In Bern sollen künftig auch Anhänger des Buddhismus nach den Ritualen ihrer Religion bei­gesetzt werden können. Die Stadt möchte nächstes Jahr ein buddhistisches Grabfeld er­öffnen.

Seit nunmehr 17 Jahren gibt es auf dem bremgartenfriedhof muslimische Gräber. Ab nächstem Jahr soll es hier auch ein buddhistisches Gräbfeld geben.
Seit nunmehr 17 Jahren gibt es auf dem bremgartenfriedhof muslimische Gräber. Ab nächstem Jahr soll es hier auch ein buddhistisches Gräbfeld geben.
Beat Mathys

Mit der Gesellschaft verändern sich auch die Friedhöfe. Als die Stadt Bern vor 17 Jahren auf dem Bremgartenfriedhof die schweizweit erste Abteilung mit mus­limischen Gräbern eröffnete, wurde dies kontrovers diskutiert – heute sind Grabstätten für Muslime vielenorts selbstverständlich. Andere Beispiele für die gewandelten Bedürfnisse gegenüber der letzten Ruhestätte sind in Bern die seit bald vier Jahren bestehenden Urnenthemen­gräber.

Künftig sollen hier auch Buddhistinnen und Buddhisten so bestattet werden können, wie es den Ritualen ihrer Religion entspricht. «Wir haben vor, auf dem Bremgartenfriedhof ein buddhistisches Grabfeld einzurichten», bestätigt Christoph Schärer, der Leiter von Stadtgrün Bern. «Danach wird die Stadt Bern für alle grossen Weltreligionen eine spezifische Bestattungsart anbieten können.»

Stupa denkbar

Wie die buddhistische Grabstätte aussehen soll, ist laut Schärer noch offen. «Wir sind in engem Kontakt mit dem interkulturellen buddhistischen Verein Bern, dessen Anfrage auch den Impuls für das Projekt darstellt.»

Vor der Frage der Gestaltung kläre man nun gemeinsam, welche Abdankungsrituale für buddhistische Trauernde künftig in Bern möglich sein sollen. «Es ist denkbar, dass zum buddhistischen Grabfeld ein Stupa gehören wird, wie er vielen von Reisen nach Asien bekannt ist», sagt Schärer. In den buddhistischen, einem Grabhügel nachempfundenen Bauwerken wurden ursprünglich bedeutende Herrscher bestattet und Reliquien des Buddhas aufbewahrt. Die Gestaltung kann laut Schärer aber schliesslich auch ganz anders ausfallen. «Es gibt noch keine konkreten Pläne.» Diese werden im Laufe dieses Jahres erarbeitet, ehe 2018 das buddhistische Grabfeld eingerichtet werden soll.

Es braucht Kompromisse

Natürlich werden die buddhis­tischen Gräber und Rituale so ausgestaltet, dass sie sich in den übrigen Friedhofsbetrieb integrieren lassen und gesetzeskonform sind. Bei anderen Glaubensrichtungen waren dafür gewisse Kompromisse nötig. So dürfen Muslime in Bern nicht bloss mit einem Leintuch verhüllt bestattet werden, wie es ihre Religion eigentlich vorgibt. Sie werden dafür in leichten Särgen bestattet – ein Modell, das heute bei Sargbestattungen fast schon Standard ist. «Prunkvolle Särge mit Beschlägen werden heute kaum noch verwendet», sagt Schärer.

Den Hindu kamen die Berner Friedhofsbetreiber so entgegen, dass die Trauernden der Verbrennung der verstorbenen Person im Vorraum des Krematoriums beiwohnen dürfen. Dort ist es in der Regel der älteste Sohn, der den Knopf drückt und damit den Sarg der Verbrennung zuführt. Danach kann die Trauergemeinde die Asche gemäss der hinduistischen Tradition einem reissenden Gewässer übergeben.

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