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KVA liefert Strom und Wärme aus Abfall, Holz und Gas

Auf einer riesigen Baustelle am Berner Stadtrand entsteht derzeit eine neue Kehrichtverbrennungsanlage (KVA). Sie soll nicht nur Müll verbrennen, sondern auch noch rund einen Drittel des Strombedarfs der Stadt Bern abdecken.

Die KVA wird deshalb kombiniert mit einem Holzheizkraftwerk und einem Gas- und Dampf-Kombikraftwerk. Dank dieser neuen Energiezentrale kann der öffentlich-rechtliche Energieversorger Energie Wasser Bern (ewb) nach eigenen Angaben auf den Atomstrom aus dem französischen Werk in Fessenheim verzichten.

Allerdings hat auch die neue Energiezentrale im Berner Forsthaus einen Nachteil: sie stösst jährlich rund 100'000 Tonnen CO2 aus. Dies sei auf den ersten Blick viel, räumte Daniel Schafer, CEO von Energie Wasser Bern, am Montag vor den Medien ein.

Schafer rechnete indessen vor, dass der CO2 der Berner Anlage 57'000 Tonnen weniger hoch sei als wenn ewb die gleiche Menge Strom aus dem europäischen Strommix im Ausland beziehen müsste.

Wärme, Dampf und Strom

In der neuen KVA werden wie bisher rund 110'000 Tonnen Kehricht in einer Rostfeuerung verbrannt, im Holzheizkraftwerk Frisch- und unbelastetes Altholz. Das Holz stammt aus einem Umkreis von rund 35 Kilometern um Bern.

Die bei der Verbrennung entstehende Wärme gibt ewb entweder in Form von Dampf oder Fernwärme direkt an Kunden ab oder veredelt sie zu Strom. Das Kombikraftwerk sorgt nach Angaben von ewb dafür, dass der Bedarf an Fernwärme auch im Winter abgedeckt werden kann und produziert gleichzeitig Strom.

Anlagen werden eingebaut

Die Kehrichtverbrennungsanlage kostet rund 500 Millionen Franken und soll 2012 in Betrieb gehen. Derzeit werden auf der Grossbaustelle die technischen Anlagen montiert.

Zehn Kräne bewegen tonnenschwere Maschinenteile scheinbar mühleos durch die Luft. Von überall her hallt Baulärm durch die turmhohen Räume, im Untergeschoss stieben die Funken bei Schweissarbeiten. Auf der Baustelle sind bis zu 700 Arbeitskräfte beschäftigt.

Das Gebäude ist über 300 Meter lang und 47 Meter hoch. Der Kamin wird dereinst eine Höhe von 70 Metern erreichen. Die Stadtberner Stimmberechtigten sagten 2008 mit 88 Prozent Ja zum Neubau der KVA im Forsthaus. Am 15. Juni 2009 wurde der Grundstein gelegt.

SDA/cls

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