Kunstmuseum hält sich zur Hodlerstrasse bedeckt

Bern

Hat Mäzen Hansjörg Wyss für seine Spende an das Berner Kunstmuseum eine Bedingung gestellt?

Wird die Hodlerstrasse autofrei?

Wird die Hodlerstrasse autofrei?

(Bild: Christian Pfander)

Stefan Schnyder@schnyderlopez

Beim geplanten Erweiterungsbau für das Kunstmuseum rückt eine verkehrspolitische Frage immer mehr ins Zentrum. Der Knackpunkt ist die Verkehrsführung in der Hodlerstrasse. Derzeit prüft die Stadt verschiedene Varianten. Im Gespräch ist auch eine unterirdische Verlängerung der Ausfahrt des Metro-Parkings bis zur Drogenanlaufstelle. Das Ziel dieser Massnahmen ist es, den Verkehr zu reduzieren oder die Strasse ganz autofrei zu machen.

Gesprächiger Planer

Der «Bund» berichtet nun, dass es Mäzen Hansjörg Wyss gewesen sei, der die autofreie Gestaltung der Hodlerstrasse zur Bedingung seiner Spende von 20 Millionen Franken gemacht habe. Die Zeitung lässt sich diese Aussage vom städtischen Verkehrsplaner Karl Vogel bestätigen.

Die plötzliche Gesprächigkeit von Vogel in dieser Sache ist erstaunlich. Gegenüber dieser Zeitung wollte er sich Anfang Woche mit keiner Silbe inhaltlich zu den gestellten Fragen rund um die Hodlerstrasse äussern. Eine Interpretation ist, dass die Stadt nun Mäzen Wyss vorschiebt, um die Schliessung der Hodlerstrasse argumentativ zu verteidigen.

Wunsch ist unbestritten

Bekannt ist, dass Wyss ein Museum immer auch im Zusammenspiel mit seiner Umgebung denkt. Der grosse Park der Fondation Beyeler in Riehen, die er präsidiert, zeugt davon. Wie von Insidern zu hören ist, wünscht sich Wyss effektiv eine Hodlerstrasse mit weniger Verkehr. Ob er dies aber gleich zur Bedingung gemacht hat, bleibt derzeit offen.

Das Kunstmuseum Bern will dazu keine Klarheit schaffen. Stiftungsratspräsident Jonathan Gimmel weilt derzeit in den Ferien. Er liess dieser Zeitung dennoch eine ausführliche Stellungnahme zukommen, ohne aber die Kernfrage zu beantworten. «Die Frage von Bedingungen ist zurzeit müssig. Erst wenn die Entscheidgrundlagen auf dem Tisch sind, kann verhandelt werden.» Und seinen weiteren Aussagen ist zu entnehmen, dass er um jeden Preis verhindern will, dass sich Wyss am Ende erzürnt zurückzieht.

Berner Zeitung

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