«Kriminalgschicht» in der Kapelle

Gümligen

17 Frauen, ein Erzähler, eine Gitarristin und drei Troubadours. In der Siloah-Kappelle von Gümligen sang sich der Frauenchor Erlach durch die «Kriminalgschicht» von Mani Matter und Co.

Der Frauchenchor in Kleidern, wie sie das Annemeieli getragen haben könnte, bevor es in Bern eine Bardame wurde.

Der Frauchenchor in Kleidern, wie sie das Annemeieli getragen haben könnte, bevor es in Bern eine Bardame wurde.

(Bild: Enrique Muñoz García)

Eine schauerliche Geschichte, erzählt in Mundartliedern. Vor gut vierzig Jahren hatten Mani Matter, Jakob Stickelberger und Fritz Widmer die Idee zur haarsträubenden Story von Annemeieli aus Längenbühl und wie aus dem hübschen, lieben Mädchen eine Bardame wurde, die schliesslich von einem Mörder brutal umgebracht worden ist.

In 14 Liedern verpackten sie das gruselige Geschehen. Mani Matter erlebte aber die Aufführung der «Kriminalgschicht» nicht mehr. Als er im Februar 1972 bei einem Autounfall ums Leben kam, fehlten dem Werk noch 2 Lieder. Fritz Widmer und Jakob Stickelberger beendeten die Minioper und führten sie in den Jahren 1973 bis 1975 weit über 100-mal auf, sangen die 14 Lieder und berichteten dazwischen auch immer wieder von der Entstehung des Krimis.

Am Samstag war die Reihe am Frauenchor Erlach. In ihre Aufführung der «Kirminalgschicht» bauen sie einen Erzähler ein, der mit seinen Geschichten das Ganze einfasst und zusammenhält. Die Frauen singen die 14 Lieder, und Erzähler Ruedi Ruch hält die Spannung aufrecht. So ertönt in der Siloah-Kapelle die «Ballade vom Bohnebedli». Dort sucht der «Kommissär» nach dem Mörder des Annemeieli, weil in der Stadt so ein elendes «Gstung» und die Suche auf dem Land darum übersichtlicher sei. Aber zwei Lieder später stellt sich immer noch die Frage: «Wär het das Meitschi umbracht, wär?» Und so singen sich die 17 Frauen aus Erlach durch das Stück über das «Geständnis» bis zum «Schlusslied». Immer begleitet von der Gitarristin Priska Weibel und dirigiert von Erwin Hurni.

Doch wie kommen die Frauen aus dem Seeland und die «Kriminalgschicht» ausgerechnet in die Kappelle in Gümgligen? Der Grund heisst Erika Kobel-Zülli. Sie ist Pflegedirektorin im Siloah und Mitglied des Frauenchors. «Wir geben jedes Jahr ein Konzert», sagt sie. Der Chor habe für die «Kriminalgschicht» viel geübt und nach diesem Aufwand wollten die Frauen das Konzert wiederholen. In der Kapelle sassen an diesem Samstagnachmittag viele Patienten aus den Siloah-Häusern und hatten Freude an der schauerlich lustigen Geschichte der Bärner Troubadours.

cng

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