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«Kleine Schritte sind wichtiger als grosse»

Thomas Zurbuchen, Wissenschaftsdirektor der Nasa, sprach am Freitag vor über 400 Lernenden der Technischen Fachschule Bern.

Thomas Zurbuchen bei seinem Vortrag.
Thomas Zurbuchen bei seinem Vortrag.
Christian Pfander

Matthias Zurbuchen, der Direktor der Technischen Fachschule Bern, stellte Am Freitag Nachmittag vor über 400 Schülerinnen und Schülern seinen Namensvetter und Gastreferent Thomas Zurbuchen als «mächtigsten Schweizer Forscher und einen der weltweit einflussreichsten Wissenschaftler» vor.

Im Oktober 2016 wurde der 49-jährige Thomas Zurbuchen zum Wissenschaftsdirektor der amerikanischen Weltraumbehörde Nasa gewählt. Er verfügt über ein jährliches Budget von 8 Milliarden Dollar, ihm unter­stehen 10000 Mitarbeitende. Die beiden Zurbuchens sind übrigens nicht nur Namensvettern, sondern auch Cousins.

Gute Ideen und Leute, die sie umsetzen können

«Wenn ich, wie jetzt, in einem Raum vor 400 Menschen stehe, sehe ich 400 Menschen, die die Welt verändern können», sagte der Nasa-Chef zu seinen jungen Zuhörern. Um Ziele erreichen zu können, seien kleine Schritte wichtiger als grosse.

Ob jemand studiere oder eine Lehre absolviere, spiele keine Rolle. Beides sei genauso wichtig. «Ob Metzger, Kellner, Physiker oder Schreiner: Wichtig ist, dass man das, was man macht, gut macht.» Um etwas Grosses zu leisten, brauche es nicht nur gute Ideen, sondern auch Leute, die die Ideen umsetzen könnten. Als Beispiel nannte er ein Nasa-Projekt: «Da sind zwei Doktoren und zehn Ingenieure beteiligt – und vor allem noch zwanzig Menschen, die wissen, wie man das Ding zusammenbaut. Und das ist genauso wichtig wie die ursprüngliche Idee.»

«Ob Metzger, Kellner, Physiker oder Schreiner: Wichtig ist, dass man das, was man macht, gut macht.»

Thomas Zurbuchen Wissenschaftsdirektor der Nasa

Heiligenschwendi hat den schöneren Sternenhimmel

Thomas Zurbuchen, der heute in Washington lebt, kam auch auf seinen Geburtsort Heiligenschwendi zu sprechen. «Ich habe schon früh verstanden, dass die Natur schön ist», sagte er. Oft habe er als Bub in den Sternenhimmel geschaut, «und dieser ist in Heiligenschwendi schöner als in Washington».

Als er einem Lehrer anvertraut habe, dass er gerne das Gymnasium besuchen würde, habe dieser gemeint, das sei für ihn viel zu schwierig. Er habe keinen Groll auf den Lehrer, «wichtig ist einfach, dass man weiterdenkt und kleine Schritte macht».

Grosse Projekte dank einer Berner Erfindung

Einen grossen Schritt hat unlängst die Nasa getan, nämlich indem sie zwei Rover auf den Mars geschickt hat. Diese untersuchen, ob auf dem Roten Planeten Leben möglich ist. Auf einer Grossleinwand präsentierte Zurbuchen dann den Schülerinnen und Schülern die über hundert Missionen der Nasa (viele Satellitenprojekte), die derzeit laufen.

All diese grossen Projekte seien nur möglich, weil vor vielen Jahrzehnten ein Physiker in Bern einen kleinen Schritt getan habe. «Im Zentrum der Nasa-Missionen steht eine kleine elektrische Schaltung, die ein Physiker vor vielen Jahrzehnten in Bern erfunden hat.»

Dieser Mann hiess Heinrich Greinacher (1880–1974). Es gibt auch einen mit 20000 Franken dotierten Greinacher-Preis. Diesen hat Thomas Zurbuchen vergangenen Mittwoch erhalten.

Beeindruckte Lernende

Nach einer knappen Stunde erntete Zurbuchen lebhaften Applaus. «Es ist schön, dass ich so etwas erleben durfte, ich bin sehr an Physik interessiert», meinte etwa Schreinerlehrling Sarah Witschi.

Milan Meier, angehender Elektroniker, war der gleichen Meinung: «Es war beeindruckend, und er hat es sehr gut rübergebracht.» Fabienne Fankhauser, Schreinerin im 2. Lehrjahr, meinte: «Es ist eindrücklich, von einer so hohen Person der Nasa etwas zu erfahren. Mich interessiert die Astronomie, und ich schaue gern in den Sternenhimmel. Zurbuchen hat sehr verständlich geredet.»

Für Elektronikerlehrling Elias Wyss war es «alles andere als ein dröger Vortrag. Man konnte auch mal lachen.» Es sei nicht immer einfach, Astronomie verständlich zu erklären, aber Zurbuchen habe dies sehr gut gemacht.

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