Kirchgemeinde freut sich über die Diskussion

Rüfenacht

Am Montag ist die Initiative «Sperlisacher bleibt» eingereicht worden. Die Kirchgemeinde Worb ist froh, dass damit die Diskussion um die Zukunft des Kirchgemeindehauses lanciert wird.

Marsch auf Worb: Zu Fuss starteten das Komitee und weitere Befürworter der Initiative gestern vor  dem Kirchgemeindehaus Sperlisacher, um per Leiterwagen die Unterschriften einzureichen.

Marsch auf Worb: Zu Fuss starteten das Komitee und weitere Befürworter der Initiative gestern vor dem Kirchgemeindehaus Sperlisacher, um per Leiterwagen die Unterschriften einzureichen.

(Bild: Urs Baumann)

Zum Kirchgemeindehaus Sperlisacher in Rüfenacht wird es in der Gemeinde Worb eine Urnenabstimmung geben. Das ist seit Montagnachmittag klar. Um 16 Uhr marschierten rund 20 Personen im Sperlisacher los, unter ihnen das Komitee der Initiative «Sperlisacher bleibt». Später überreichten sie die rund 1200 Unterschriften auf der Gemeindeverwaltung in Worb. Die Gemeindeinitiative hat zum Ziel, das Rüfenachter Kirchgemeindehaus zu erhalten. Sie will die Einwohnergemeinde zu jährlichen Beiträgen von 100'000 Franken verpflichten.

Gemässigte Töne

Seit einiger Zeit scheint die Zukunft des Kirchenzentrums im Sperlisacher nicht mehr gesichert. Denn die Betriebskosten sind hoch, und es stehen Sanierungen in Millionenhöhe an. Deshalb liebäugelt die Kirchgemeinde Worb mit dem Abbruch der Gebäude und einem Verkauf des Landes.

In den letzten Monaten blieb der Kirchgemeinderat jeweils seiner Linie treu. Es sei nötig, liess er verlauten, den Sperlisacher abzustossen und neue Räume – zum Beispiel in der geplanten Überbauung des Sonne-Areals – zu erwerben. Jetzt tönt es aber gemässigter. Die Initiative «Sperlisacher bleibt» wird vom Kirchgemeinderat positiv beurteilt, wie er in einer Medienmitteilung schreibt. Damit werde nun auch in der Einwohnergemeinde eine Diskussion um die Finanzierung des Zentrums lanciert, «darüber ist der Kirchgemeinderat froh». Mehrmals in den vergangenen Jahren habe die Kirchgemeinde bei der Einwohnergemeinde angeklopft – ohne Erfolg. Der Gemeinderat beschied wiederholt, die Gemeinde werde sich nicht am Sperlisacher beteiligen.

Der Sperlisacher wird gemäss neuen Zahlen der Kirchgemeinde jedoch zu 74 Prozent durch Vereine und Private genutzt und nur zu 26 Prozent durch die Kirchgemeinde selbst. Die vielen Veranstaltungen und die Möglichkeit der Bevölkerung, sich dort zu treffen, werden vom Komitee der Initiative denn auch als positive Wirkung des Sperlisacher für Rüfenacht hervorgestrichen.

Initiative löst Probleme nicht

Die Initiative könne die finanziellen Probleme aber nicht lösen, heisst es im Schreiben des Kirchgemeinderates. Mit dem geforderten Beitrag von jährlich 100'000 Franken durch die Einwohnergemeinde könne der Betrieb in Rüfenacht nur kurzfristig aufrechterhalten werden. Für Betrieb und Unterhalt wird mit Kosten von 250'000 Franken gerechnet. Dazu kommt die Sanierung, die wohl über 2 Millionen kosten würde.

Weil die kirchliche Präsenz in Rüfenacht gesichert werden soll, prüft der Kirchgemeinderat weitere Szenarien. Dazu will er die Gespräche am runden Tisch fortsetzen, die im Herbst gestartet wurden.

Berner Zeitung

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