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«Kiffen ist nicht harmlos»

Eine Mehrheit der Kiffer haben ihren Konsum im Griff. Zu diesem Schluss kommt eine heute vorgestellte Studie. Vorsicht sei dennoch geboten, sagt Psychologe Hansjörg Znoj.

Stephanie Jungo
Hansjörg Znoj hat hat die Studie zum Konsum von Cannabis am Montag mit Gemeinderätin Franziska Teuscher vorgestellt. Foto: Nicole Philipp
Hansjörg Znoj hat hat die Studie zum Konsum von Cannabis am Montag mit Gemeinderätin Franziska Teuscher vorgestellt. Foto: Nicole Philipp

Herr Znoj, Studien zeigen immer wieder, dass viele Menschen Cannabis konsumieren. Worin liegt der Reiz des Kiffens?

Das ist schwierig zu beantworten. Cannabis ist da, man kann es schnell konsumieren, es entspannt. Cannabis ist aber auch eine soziale Droge - so wie Alkohol.

Ihre Studie zeigt, dass der Konsum von Cannabis meist unproblematisch ist.

95 Prozent der Befragten, die Cannabis konsumieren, schätzen ihren Konsum als unproblematisch ein. Auch diejenigen, die häufig Cannabis konsumieren.

Ist Kiffen harmlos?

Nein, harmlos ist Kiffen nicht. Aber es ist auch gefährlich, wenn ich auf einen Töff steige oder in die Berge gehe. Das war auch das Motiv der Studie: Wie gehen Menschen mit der Gefahr, die von Cannabis ausgeht, um?

Sie sagen, dass die Menschen Strategien entwickeln, um mit dieser Gefahr umzugehen. Wie sehen diese aus?

Das sind verschiedene Verhaltensstrategien. Zum Beispiel kaufen Konsumenten nur geringe Mengen Cannabis, bewahren es nicht zu Hause auf. Oder sie verzichten auf den Konsum am Wochenende, wenn ihnen eine Prüfung oder ein wichtiges Meeting bevorsteht.

Studien zeigen, dass eine Mehrheit der Konsumenten früher oder später von selbst aufhört mit Kiffen. Ist Cannabis als Einstiegsdroge ein Mythos?

Ich denke, die Einstiegsdrogen sind Alkohol und Nikotin. Das ist aber meine persönliche Meinung. Cannabis als Einstiegsdroge halte ich aber eher für einen Mythos.

Alkohol und Nikotin sind legal. Wäre es besser, wenn auch Cannabis legal wäre

Wäre es legal, könnte man Menschen mit problematischen Konsum besser helfen. Dass sich der Konsum über Verbote nicht regulieren lässt, zeigen viele Beispiele. Etwa der «War on Drugs» der USA. Mit einem Verbot unterstützt man als Gesellschaft eher kriminelle Strukturen.

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