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Kies für dreissig weitere Jahre

Die Firma Niederhauser Sand- und Kieswerke will eine Million Kubikmeter Kies abbauen.

Das geplante Abbaugebiet (rot) bei der Kiesgrube Thalgut.
Das geplante Abbaugebiet (rot) bei der Kiesgrube Thalgut.
zvg

Seit etwa 1940 werde im Gebiet Thalgut bei Kirchdorf Sand und Kies abgebaut, sagt Markus Niederhäuser, Geschäftsführer der Niederhauser Sand- und Kieswerke (NSK). Sein Grossvater sei Landwirt gewesen und habe festgestellt, dass die Ernteerträge schlecht gewesen seien. Grabungen zeigten, weshalb: Statt Humus lag Sand im Boden. So startete die Familie das Geschäft mit dem Kiessabbau. Es dauert bis heute an – und soll nun noch ein paar Jahrzehnte weitergehen.

Im aktuellen Abbaugebiet werden die Vorräte in fünf oder sechs Jahren aufgebraucht sein. Deshalb will die Firma NSK das Gebiet nach Norden erweitern. Da liegen nochmals Kiesreserven von knapp einer Million Kubikmetern. Diese will das Unternehmen in den nächsten dreissig Jahren abbauen. Dann wäre in diesem Gebiet endgültig Schluss.

Zwei Routen

Es handle sich nicht um einen zusätzlichen Abbau, betont Geschäftsführer Niederhauser. Einzig der Perimeter werde sich ändern und um rund 300 Meter verschoben. «Wir müssen den Kies abbauen, wo er vorkommt.» Das Abbauvolumen bleibe hingegen gleich, es soll sich wie heute rund um 40'000 Kubikmeter Kies pro Jahr bewegen.

Auch am Verkehrsregime wird sich nichts ändern. Der Verkehr verteilt sich bereits heute je zur Hälfte auf die Routen via Kirchdorf und Jaberg sowie via Thalgut und Wichtrach. Pro Betriebstag verursacht die Kiesgrube160 Fahrten. «Wir bezahlen pro Monat rund 90'000 Franken Schwerverkehrsabgaben, da wählen wir automatisch den kürzesten Weg», sagt Niederhauser.

Derzeit läuft in den beiden betroffenen Gemeinden Kirchdorf und Gerzensee die Mitwirkung. In der vergangenen Woche in­formierten die Firma und die Behörden die Bevölkerung über die Pläne. Der Abbau wird mit in einer Überbauungsordnung geregelt. Diese gilt für eine Fläche von 14 Hektaren, umfasst aber auch einen Teil des bestehenden Abbaugebiets. Im Herbst 2021 sollen die Stimmberechtigten der beiden Gemeinden über die Überbauungsordnung abstimmen können.

Andere Voraussetzungen

Für die Gemeinde Kirchdorf ist der Kiesabbau nichts Neues. «Hier wird schon seit Jahrzehnten Kies abgebaut, wir sind uns das gewohnt», sagt Gemeindepräsident Samuel Moser (Forum). Zwar sei der Verkehr eine Belastung. Im Dorf herrschen enge Verhältnisse. Die Gemeinde habe aber auch Interesse an einheimischen Arbeitgebern wir der Firma NSK, die rund dreissig festangestellte Mitarbeiter und zehn Aushilfen beschäftigt.

Für die Gemeinde Gerzensee ist die Ausgangslage anders. Das künftige Abbaugebiet liegt erstmals und zum grössten Teil auf deren Gebiet. «Wir stehen hinter diesem Projekt», sagt aber Gemeindepräsident Stefan Lehmann (SP) zur Haltung des Gemeinderats. Die Auswirkungen seien gering. Vom Verkehr ist die Gemeinde nicht betroffen. Auch sei die Grube von Gerzensee nicht einsehbar. Als Sichtschutz soll eine Hecke dienen.

2050 ist Schluss

Offen sei noch, in welcher Form die Gemeinden eine Entschädigung erhielten, sagt Lehmann. Denkbar sei entweder eine Mehrwertabschöfpung oder ein Kiesgeld, das von der abgebauten Menge abhängig sei, sagt Lehmann. «Wir stehen erst am Anfang der Verhandlungen.»

Ab 2020 soll der Kiesabbau im Thalgut noch in vier Etappen erfolgen. Die erste Etappe bis 2025 ist bereits bewilligt, weitere beginnen gemäss Plan 2026, 2029 und 2041. Sind sie beendet, wird die Grube mit unverschmutztem Aushub oder Ausbruch gefüllt. Nach der Rekultivierung kann das Land wieder als Landwirtschaftsland respektive Wald genutzt werden. «Der Eingriff ist also nur vorübergehend», sagt NSK-Geschäftsführer Markus Niederhauser. Bis im Jahr 2050 soll der Abbau beendet sein.

Was dann aus seinem Unternehmen wird, darüber macht er sich jetzt keine Gedanken.

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