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Keine Alternative zur Umfahrung in Biel

Der Bundesrat will nicht noch einmal über den Westast der Autobahnumfahrung in Biel nachdenken. Schliesslich seien schon 40 Jahre und 50 Millionen Franken aufgewendet worden.

Der Durchstich beim Ostast (Bild) soll sich endlich auch beim Westast wiederholen: Der Bundesrat will an der A-5-Umfahrung wie geplant festhalten.
Der Durchstich beim Ostast (Bild) soll sich endlich auch beim Westast wiederholen: Der Bundesrat will an der A-5-Umfahrung wie geplant festhalten.
BT

Der Widerstand gegen den ­geplanten A-5-Westast in Biel wächst: Über 1100 Mitglieder zählt das Komitee, das den Autobahnabschnitt in der geplanten Form verhindern will. Doch hat die Opposition überhaupt eine Chance? Ist es nicht bereits zu spät, die beiden Autobahnanschlüsse zu verhindern?

Der Bund hat bis zum heutigen Zeitpunkt 50 Millionen Franken in die Planung und Projektierung für den Westteil der Autobahnumfahrung Biel gesteckt. Aus diesem Grund ist er nicht bereit, weitere Varianten zu prüfen. So schreibt es der Bundesrat in einer Antwort auf eine Interpellation der Berner SP-Nationalrätin Evi Allemann. Sie hatte wissen wollen, unter welchen Bedingungen der Bundesrat bereit wäre, nochmals über die Bücher zu gehen.

Laut dem Bundesrat ist die heutige Linienführung ein Ergebnis eines Prozesses, an dem Vertreter des Bundes, des Kantons, der Region und der betroffenen Gemeinden beteiligt waren. Das erste generelle Projekt wurde bereits 1999 genehmigt. Än­derungen und neue Studien führten schliesslich zu derjenigen Lösung, die nun realisiert wird.

Entlastung oder nicht?

Mit dem Bau der Autobahnumfahrung soll Biel vom Verkehr entlastet werden. Der A-5-Ostast ist zurzeit im Bau und wird im September eröffnet. Fünf Kilometer Autobahn verlaufen dann vom Anschluss Bözingenfeld bis zum Anschluss Brüggmoos.

Folgen soll anschliessend der Westast, der grösstenteils unterirdisch verläuft. Doch nun befürchten die Gegner, dass die in diesem Abschnitt geplanten Vollanschlüsse Bienne-Centre und Seevorstadt den Stadtraum zerstören. Sie würden wie Magnete wirken und weitere Autos in die Stadt pumpen, so das Komitee «Westast so nicht!».

Das Gegenteil sei der Fall, kontert der Bundesrat: Das Projekt bringe der Region eine markante Verkehrsentlastung, führe zu einer Verbesserung der Verkehrssicherheit auf dem übrigen Strassennetz und zu einer Senkung der Lärmbelastung der Bevölkerung. 2,2 Milliarden Franken soll die Autobahn kosten. Eingeschlossen sind unter anderem die Kosten der flankierenden Massnahmen, des Landerwerbs, der archäologischen Grabungen sowie der Honorare.

«Trotz der beträchtlichen Kosten des Projekts ist die Kosten-Nutzen-Analyse gesamthaft eher positiv zu werten», heisst es in der Antwort weiter. Schätzungsweise 400 Millionen Franken liessen sich einsparen, wenn auf die beiden Autobahnanschlüsse verzichtet würde. Doch das könne nur grob geschätzt werden, ­erklärt der Bundesrat, der diese letzte Lücke im nationalen Strassennetz schliessen will.

Auch betreffend Naturschutz stellte Allemann Fragen, denn für den Autobahnanschluss Seevorstadt sowie den Bau und den Betrieb des Vingelz-Tunnels muss in die seit 1956 unter Naturschutz stehende Felseck eingegriffen werden, eine der letzten Fel­sensteppen des Kantons. Das Projekt sei unter Einbezug der eidgenössischen Natur- und Heimatschutzkommission sowie der kantonalen und eidgenössischen Naturschutzämter erarbeitet worden und schone das Gebiet grösstmöglich, so die Antwort.

«Die beste Lösung»

«Wir teilen die Auffassung des Bundesrats und sind der Meinung, dass die heute vorliegende Lösung die beste ist, sei es aus verkehrstechnischer, sei es aus städtebaulicher Sicht», sagt Peter Moser im Namen des Pro-Komitees. Er unterstreicht die Aussage, wonach der Westast für die Stadt und die Agglo Biel eine markante Verkehrsentlastung bringe. «Erinnern wir uns auch an die kürzlich veröffentlichten Zahlen zum Bevölkerungswachstum in der Region», sagt Moser. «Es ist eine Illusion, die damit verbunden Mobilitätsansprüche mit halben Lösungen aufzufangen.»

Der A-5-Westast mit den Anschlüssen verbessere die Lebensqualität vieler Menschen. Jetzt sei der Zeitpunkt gekommen, dieses Projekt umzusetzen, damit das lange Warten auf die Umfahrung von Biel endlich ein Ende habe.

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