Zum Hauptinhalt springen

Keine Absicht, zu gefallen

Die Lausanner Sängerin Emilie Zoé hat an den Swiss Music Awards den Preis «Best Act Romandie 2019» abgeräumt. Im Oktober und November tritt sie in Bern, Thun und Biel auf.

«Ich schreibe und spiele nicht mit der Absicht, zu gefallen», sagt Emilie Zoé.
«Ich schreibe und spiele nicht mit der Absicht, zu gefallen», sagt Emilie Zoé.
Vanessa Cardoso

Glamour? Nein, das ist keine Bezeichnung, die man mit Emilie Zoés Musik in Verbindung bringt. Das sieht auch die Sängerin und Songwriterin aus Lausanne so, denn: «Ich schreibe und spiele nicht mit der Absicht, zu gefallen.»

Sie möge das Raue. Und sie möge es, hinter Kunstwerken Menschen mit all ihren Fehlern und Schwächen und Hoffnungen zu sehen. Emilie Zoé gräbt sich also lieber tief unter die glänzende Oberfläche, als auf dieser gemütlich dahinzugleiten. Und hat doch am alljährlichen Glamour-Anlass namens Swiss Music Awards einen Preis gewonnen – als «Best Act Romandie 2019».

Auch für sie eine «ziemliche Überraschung». Zumal zur Zeit der Abstimmung in erster Linie eine ohne jeden Studio-Schnickschnack aufgenommene Version des «Tiger Song» ihre Musik repräsentierte. «Dass die Leute für uns votierten, gibt mir Hoffnung», sagt Zoé. Hoffnung, dass selbstgemachte Musik ohne Make-up noch immer berühren könne.

Und ja, sie berühren, die Songs von Emilie Zoé, mit denen sie und Schlagzeuger Nicolas Pittet im Oktober und November im Kanton Bern unterwegs sind (siehe Tourdaten am Textende). Etwa «6 O’Clock» zum Auftakt des aktuellen Albums «The Very Start»: Der schleppende Beat, der ruhige, eindringlich-geheimnisvolle Gesang, die Magie, die entsteht.

Roh und ungeschliffen sind die Lieder, direkt und intim. Mal lieblich, mal dissonant, mal zerbrechlich, mal verstörend. Immer wieder geprägt von einer Düsternis, die fesselt und hypnotisiert. Von der einsamen Klavierbegleitung und stillen Schönheit von «Loner» über das bedrohliche Wummern in «Nothing Stands» bis zum kantigen «Tiger Song» mit seinem Beat, der an ein langsam dahintrampelndes Tier erinnert.

«Je mehr wir diese Songs spielen, desto freier werden wir in ihrer Interpretation», erzählt die Sängerin zur Live-Umsetzung. «Wir versuchen, sie mit Energie, Sensibilität und Ehrlichkeit zu spielen.»

Letzte Frage an Emilie Zoé: Fühlen sich für sie die Konzerte in der Deutschschweiz eigentlich anders an als in der Romandie? «Nein, das würde ich nicht sagen», antwortet sie. «Ziemlich beruhigend!», findet sie das. Und die Lausannerin fügt mit einem Augenzwinkern an: «Vielleicht machen wir den Röstigraben dünner?»

Emilie Zoé live: 26. Oktober, Le Singe Biel; 2. November, Cafe Bar Mokka Thun; 17. November, Bee-Flat, Bern

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch