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Insel-Ärzte rieten von Anzeige gegen «Heiler» ab

Der mit Spannung erwartete Heiler-Prozess hat am Mittwochmorgen vor dem Regionalgericht Bern-Mittelland begonnen.

Im Berufungsprozess vor Obergericht gegen den selbsternannten «Heiler» von Bern hat der Staatsanwalt am 7. April eine Freiheitsstrafe von 15 Jahren beantragt. Bei der Urteilsverkündung am 11. April folgte das Gericht dem Staatsanwalt.
Im Berufungsprozess vor Obergericht gegen den selbsternannten «Heiler» von Bern hat der Staatsanwalt am 7. April eine Freiheitsstrafe von 15 Jahren beantragt. Bei der Urteilsverkündung am 11. April folgte das Gericht dem Staatsanwalt.
Angela Zwahlen
Das Gericht erhöhte damit die Strafe der Vorinstanz: Das Regionalgericht hatte den Mann zu einer Freiheitsstrafe von 12 Jahren und 9 Monaten verurteilt.
Das Gericht erhöhte damit die Strafe der Vorinstanz: Das Regionalgericht hatte den Mann zu einer Freiheitsstrafe von 12 Jahren und 9 Monaten verurteilt.
Angela Zwahlen
Hier kam der Fall ins Rollen: Das Inselspital stiess bei Recherchen auf 18 HIV-Infizierte, welche Kontakt mit dem Heiler hatten.
Hier kam der Fall ins Rollen: Das Inselspital stiess bei Recherchen auf 18 HIV-Infizierte, welche Kontakt mit dem Heiler hatten.
Keystone
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Der Berner Heiler-Prozess hat am Mittwoch mit der Einvernahme eines ersten der 16 HIV-Infizierten begonnen. Der Prozess vor dem Regionalgericht Bern-Mittelland zieht sich über gut zwei Wochen hin. Der Angeklagte soll mindestens 16 Menschen vorsätzlich mit dem HIV-Virus und teilweise auch mit dem Hepatitis-C-Virus infiziert haben. Der Mann, von Beruf Musiklehrer, weist alle Vorwürfe zurück. Das Urteil soll am 21. oder 22. März eröffnet werden.

Gemäss Anklageschrift soll der «Heiler» 16 Personen - mehrheitlich Musikschüler - vorsätzlich mit HIV und zum Teil auch mit dem Hepatitis-C-Virus infiziert haben. Er habe sich verseuchtes Blut besorgt und seine Opfer unter verschiedenen Vorwänden dazu gebracht, sich von ihm stechen zu lassen.

Motiv unklar

Manchen Opfern habe er eine Akupunkturbehandlung versprochen, einen Test ihres Schmerzempfindens oder das «Öffnen des dritten Auges». Mitunter habe er die Opfer auch unangekündigt mit einem unbekannten Gegenstand gestochen.

In manchen Fällen habe er zunächst ein Getränk serviert und dann die vorübergehende Bewusstlosigkeit der Opfer ausgenützt, heisst es in der Anklageschrift. Alle Infizierungen sollen zwischen 2001 und 2005 erfolgt sein. Aufgrund von Anzeigen nahm die Justiz im Jahr 2005 ihre Ermittlungen auf.

Angeklagt ist der Mann unter anderem wegen mehrfacher schwerer Körperverletzung und Verbreiten menschlicher Krankheiten. Rätselhaft bleibt, warum er die Opfer gestochen haben soll.

SDA/cls

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