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Im Münster soll der Stadtrat anständig sein

Ruhe und Ordnung im Parlament? Was meist nur ein Wunschtraum ist, könnte am Donnerstag Realität werden: Ausnahmsweise tagt der Stadtrat im Münster.

Christoph Zimmerli hofft auf Respekt im Stadtrat.
Christoph Zimmerli hofft auf Respekt im Stadtrat.
Andreas Blatter

Geht es um Themen wie die Reitschule, Verkehrsplanung oder Steuersenkungen, fallen im Berner Stadtrat auch mal weniger freundliche Worte.

Während der Sitzung am kommenden Donnerstag sollten die Politisierenden ihr Temperament jedoch zügeln: Ausnahmsweise tagt der Stadtrat – weil das Rathaus im Sommer saniert wird – im altehrwürdigen Berner Münster.

«Es hat mit bürgerlichem Anstand zu tun, dass man sich in einem Gotteshaus respektvoll und anständig verhält», sagt Stadtratspräsident Christoph Zimmerli (FDP). Um hitzige Diskussionen zu vermeiden, traktandierte man auch keine Abstimmungs- oder politisch umstrittene Sachgeschäfte.

Stattdessen beschäftigt sich der Stadtrat an der letzten Sitzung vor den Sommerferien hauptsächlich mit dem Jahresbericht 2016 – ein erfahrungsgemäss eher langwieriges Geschäft.

«Für einmal müssen sich die Stadträte halt mit weniger zufriedengeben.»

Christoph Zimmerli

Für zartbesaitete Hinterteile

Nicht nur die Stimmung im Stadtrat dürfte angesichts des speziellen Tagungsorts aussergewöhnlich sein, auch der Sitzungsablauf erfährt einige Änderungen. Es fängt bei der Sitzordnung an: Statt wie gewohnt im mehrreihigen Halbkreis auf gepolsterten Stühlen wird im Münster ­hintereinander, auf den harten Kirchenbänken gesessen. Doch keine Sorge: Für zartbesaitete Hinterteile stellt die Kirchgemeinde Kissen zur Verfügung.

Auch in technischer Hinsicht müssen die Stadträtinnen und -räte einige Abstriche machen: WLAN oder Steckdosen sind nicht vorhanden. Und weil auch die elektronische Abstimmungsanlage wegfällt, muss man seine Stimme wie in alten Zeiten per Handzeichen abgeben.

«Für einmal müssen sich die Stadträte halt mit weniger zufriedengeben», meint Zimmerli gelassen.

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