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Im Haus der fleissigen Arbeiterinnen

Ingrid Zengaffinen aus Bern wollte schon immer mal das emsige Treiben in einem Bienenhaus beobachten. Hobbyimker Hans Wüthrich erfüllte ihr diesen Wunsch.

Faszinierende Einblicke:?Hobbyimker Hans Wüthrich zeigt Ingrid Zengaffinen einen Baurahmen mit einer Drohnenbrut.
Faszinierende Einblicke:?Hobbyimker Hans Wüthrich zeigt Ingrid Zengaffinen einen Baurahmen mit einer Drohnenbrut.
Iris Andermatt
Brutwaben:?Hier verwandeln sich Maden in ausgewachsene Bienen.
Brutwaben:?Hier verwandeln sich Maden in ausgewachsene Bienen.
Iris Andermatt
Schutzanzug auf!?Ingrid Zengaffinen wird vor dem Bienenbesuch verhüllt.
Schutzanzug auf!?Ingrid Zengaffinen wird vor dem Bienenbesuch verhüllt.
Iris Andermatt
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Keine gestrickten Kleidungsstücke und kein Parfum, dafür lange Hosen tragen: Das waren die Instruktionen, die Ingrid Zengaffinen vorab per Mail erhielt. Vor Ort muss sie sich eine Schutzkleidung überziehen inklusive Hut mit Schleier. Was wie der Aufbruch in eine gefährliche Mission in unbekannte Territorien anmutet, ist in Wahrheit nur eine weitere Wunscherfüllung, welche diese Zeitung einer Leserin ermöglicht. Im Fall von Ingrid Zengaffinen aus Bern ist es ein Besuch bei einem Imker.

Bei der Arbeit über die Schultern blicken liess sich Hans Wüth­rich aus Winistorf. Der 63-jährige Hobbyimker besitzt seit 7 Jahren ein Bienenhaus unweit von seinem Haus entfernt, wo er 19 Völker hält, das sind zusammen rund 700'000 Bienen. Er hatte sich bereit erklärt, der 51-jährigen Bernerin einen Einblick in die Imkerei zu geben.

«Ich liebe Honig», hatte die Grafikerin und Therapeutin im Vorfeld erklärt, und sie interessiere sich sehr dafür, welche Arbeit dahinterstecke. Die ­Hunderttausende Arbeiterinnen lernte sie nun an einem warmen Maimorgen in Winistorf kennen.

Positiv überrascht

«Ich hatte etwas Respekt vor dem Gang in das Bienenhaus», gesteht Ingrid Zengaffinen nach dem Besuch. Erst recht, als sie die ganze Schutzkleidung anziehen musste. Im Innern des Bienenhauses wich der Respekt der Überraschung. «Ich hatte es mir ganz anders vorgestellt», sagt sie. Dunkel, eng und viele umherschwirrende Bienen – so sah ihr Bild des Innenlebens eines Bienenhauses aus. Doch das Gegenteil war der Fall: Der Raum war gross, hell, und nur ganz wenige Bienen flogen umher.

Auch bezüglich der gewährten Einblicke in die Welt der wichtigen Blütenbestäuber wurde sie positiv überrascht: «Ich bekam die ganze Palette zu Gesicht», schwärmt Ingrid Zengaffinen. Über zwei Stunden habe Hans Wüthrich sie in die Imkerei eingeführt. In den einzelnen Bienenkästen, die ihr der Hobby­imker zeigte, konnten sie neben vielen tausend Bienen einige Drohnen und eine Königin ausfindig machen. «Sogar schlüpfende Bienen bekam ich zu sehen», berichtet sie begeistert.

Aufsicht über 700'000 Bienen

«Man merkte, mit wie viel Herzblut Herr Wüthrich seine Bienenvölker hegt und pflegt», sagt In­grid Zengaffinen. Der Mann, dem das Kompliment gewidmet ist, absolvierte im Sommer 2010 zwei Kurse und stieg so in die Hobbyimkerei ein. Angefangen mit 2 Bienenvölkern, besitzt er nun deren 19.

Seit er vor zwei Jahren sein Geschäft im Bereich Stalltechnik einem Nachfolger übergab, kann sich der Frühpensionierte noch mehr auf sein Hobby fokussieren. Dieses beinhaltet übrigens auch einen Output, nämlich den von den Bienen gemachten Honig.

Action zum Schluss

Womit wir wieder bei Ingrid Zengaffinen wären, die für ihr Leben gerne Honig isst. Aufgrund des Besuchs bei einem Imker habe sie nun einen ganz anderen Bezug zu dem Genussmittel. «Das Ganze war äusserst faszinierend», bilanziert sie ihren Ausflug nach Winistorf, wo sie zum Schluss noch Zeuge eines weiteren Phänomens wurde. Als sie und Hans Wüthrich wieder draussen waren, flog plötzlich ein Bienenschwarm aus der «Flugnische» des Hauses und sammelte sich am Baum des Nachbarn zu einer Schwarmtraube. «Ein völlig natürlicher Vorgang in der Vermehrungszeit der Bienen», erklärte ihr Hans Wüthrich. Trotzdem galt es, die rund 10'000 Bienen wieder einzufangen. Er tat dies mit einer dafür vorgesehenen Kiste, in die er den Schwarm packte.

«Das Einfangen des Schwarms war ein toller Höhepunkt zum Schluss», sagt Ingrid Zengaffinen, die danach mit einer leeren Bienenwabe als Andenken, viel neuen Erkenntnissen und ohne einen einzigen Bienenstich wieder nach Hause fuhr.

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