«Ich werde gerne Lichterlady genannt»

Zum siebten Mal wird ab Freitag für sechs Wochen das Bundeshaus in schönen Bildern erstrahlen. Im Interview spricht Brigitte Roux, Produzentin von ­Rendez-vous Bundesplatz, über die Entstehung, über ­Neider und über die Sicherheit.

Brigitte Roux veranstaltet Rendez-vous Bundesplatz zum 7. Mal.

Brigitte Roux veranstaltet Rendez-vous Bundesplatz zum 7. Mal. Bild: Raphael Moser

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Auf was dürfen sich die Besucher des 7. Rendez-vous Bundesplatz in diesem Jahr freuen?
Brigitte Roux: Unter dem Titel «Reset» haben wir heuer ein sehr geschichtsträchtiges Rendez-vous Bundesplatz. Wir thematisieren zum 500-Jahr-Jubiläum die Reformation. Künstler aus Tübingen werden ganz starke Bilder an die Fassade des Bundeshauses projizieren. Es wird wieder eine neue Handschrift zu ­erkennen sein, das ist sehr ­erfreulich.

Was ist das Erfolgsgeheimnis von Rendez-vous Bundesplatz?
Die Idee zu Rendez-vous Bundesplatz hatte ich vor elf Jahren, die erste Premiere feierten wir vor sieben Jahren. Vor allem für die erste Ausgabe musste ich um die Bewilligungen von der Stadt und vom Parlament kämpfen. Damals hiess es, dass das eine einmalige Sache sei. Bei der ersten Premiere zählten wir rund 500 Besucher. Morgen erwarten wir bei den drei Vorstellungen gegen 10 000 Leute. Es ist wohl heute noch weltweit das einzige Parlaments- und Regierungsgebäude, das man so inszenieren kann. Die Fassade mit ihrer Struktur ist wunderbar, und der Platz ist grossartig.

Trotzdem gibt es böse Zungen, die behaupten, dass sich das Lichtspektakel jedes Jahr ähnle.
Die Technik verbessern wir Jahr für Jahr. Manchmal kommt die Kritik vielleicht auch von einigen wenigen Neidern.

Ist irgendwann Schluss?
Solange es so viele Leute gibt, die Rendez-vous Bundesplatz besuchen, machen wir weiter. Gerne würde ich zum Beispiel mal die Geschichte des kleinen Prinzen inszenieren.

Als Zürcherin sind Sie in Bern sehr erfolgreich. Was bedeutet Ihnen Bern?
Wenn ich mit dem Zug in Bern einfahre und dann vom Bahnhof zum Bundesplatz gehe, fühle ich mich zu Hause. Es ist schön, wenn Leute, gerade auch Parlamentarier, auf mich zukommen und ihrer Freude über das bevorstehende Rendez-vous Bundesplatz Ausdruck verleihen. Bern ist zu meiner zweiten Heimat ­geworden.

Sie wurden 2016 mit dem Gas­trobären geehrt. Was bedeutet Ihnen diese Auszeichnung?
Das war das grösste Kompliment, das man mir machen konnte. Der damalige Stadtpräsident Alexander Tschäppät hielt die Laudatio.

Tatsächlich ist das Lichtspektakel für die Wirte ein Millionengeschäft. Wie verdienen Sie Geld? Der Eintritt ist ja frei.
Rendez-vous Bundesplatz ist ein kultureller Anlass. Das soll auch so bleiben. Unser Budget beträgt fast eine Million Franken. Dank des Migros-Kulturprozents, welches seit sechs Jahren unser Hauptpartner ist, ist das halbe Budget gesichert. Wir sind aber noch auf weitere Sponsoren angewiesen, die jedoch nicht mit Werbeplakaten präsent sind. Schliesslich zählen auch Gastro Bern, Bern Tourismus, Bern City und die Hotellerie zu unseren Partnern. Klar, es gibt auch kritische Stimmen, die fragen, ob der Anlass jedes Jahr stattfinden müsse. Wir konnten aber mit einer Studie belegen, dass das Gewerbe und die Gastronomie dank des Licht- und Tonspektakels einen grossen Mehrumsatz generieren können.

Warum eigentlich ein Lichtspektakel in Bern und nicht in Zürich, zum Beispiel beim Opernhaus?
Ursprünglich wollte ich schon so etwas in Zürich machen. Das hat sich aber nicht ergeben. Ich habe mich dann bei Alexander Tschäppät gemeldet. Nach ein paar Kämpfen mit den Behörden hat es schliesslich geklappt. Ich danke der Stadt, den Behörden, der Bevölkerung und allen Partnern. Ohne sie wäre das Spektakel nicht realisierbar.

Seither haben Sie den Spitznamen Lichterlady. Was halten Sie davon?
Den finde ich toll, ich werde gerne Lichterlady genannt. Alex Tschäppät sagte am Dienstag im «Tages-Anzeiger» über mich: «Als Nichtbernerin verfügt sie über eine Charaktereigenschaft, die immer uns Bernern nachgesagt wird: ‹Si het ä herte Gring.›» Diese Aussage hat mich sehr gefreut. Ich bin stolz auf meine Hart­näckigkeit, ohne die ich es nie so weit gebracht hätte.

Ende November, am Samstag vor dem Zibelemärit, ist bereits wieder Schluss. Warum? Würde das Spektakel nicht auch gut in die Adventszeit passen?
Wir würden sehr gerne zwei Wochen später starten und bis in den Dezember hinein das Licht- und Tonspektakel machen, nur schon wegen der besseren Lichtverhältnisse. Das geht unter anderem wegen der Wintersession im Bundeshaus nicht. In den ersten Jahren stand ausserdem der Weihnachtsbaum auf dem Bundesplatz.

Bei grossen Menschenansammlungen stellt sich auch immer die Frage nach der Sicherheit. Gibt es spezielle Vorkehrungen wegen der Terrorgefahr?
Das ist ein wichtiges Thema für uns. Wir nehmen die Weltlage ernst. Entsprechend ist das Sicherheitskonzept umfangreicher als in vergangenen Jahren. Mehr müsste wohl die Polizei sagen (siehe Kasten, Anm. der Redaktion). Dass spezielle Vorkehrungen heutzutage nötig sind, macht mich eigentlich traurig. Unser Anlass ist einmalig schön. Man soll sich am Spektakel erfreuen.

Rendez-vous Bundesplatz, «Reset». 13. Oktober bis 25. November. 19 und 20.30 Uhr. Do, Fr und Sa zusätzlich um 21.30 Uhr. www.rendezvousbundesplatz.ch (Berner Zeitung)

Erstellt: 11.10.2017, 20:22 Uhr

Sicherheit

Wo es grosse Menschen­ansammlungen gibt, ist heutzutage die Gefahr von Attentaten vorhanden – auch in Bern. Beim Bärenplatz gibt es grosse Betonblöcke, die bei Bedarf den Platz versperren können.

Beim Justin-Bieber-Konzert vom letzten Juni wurden vor dem Wankdorfstadion Betonpoller aufgestellt. Die Sicherheit soll auch bei Rendez-vous Bundesplatz gewährleistet sein.

Die Stadt habe mit Starlight Events, dem Veranstalter von Rendez-vous Bundesplatz, ein Sicherheitskonzept erstellt, sagt Berns Sicherheitsdirektor Reto Nause (CVP). Zum Inhalt des Konzepts möchte er nicht ins Detail gehen. Nause sagt aber, dass beim Lichtspektakel die Polizei präsent sei.

Ausserdem sei sichergestellt, dass man die Besucherinnen und Besucher bei Bedarf per Lautsprecher informieren könne. Möglich seien je nach Publikumsaufmarsch auch bauliche Massnahmen auf den Einfallachsen zum Bundesplatz.

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