Zum Hauptinhalt springen

Hochwasser: Tiefere Schutzmauer in der Matte

Jetzt ist die Stadtberner Bevölkerung am Zug: Die Pläne für den langfristigen Hochwasserschutz entlang der Aare liegen ab Montag zur Mitwirkung auf. Bis Anfang März können sich Privatpersonen und Organisationen zum Wasserbauplan äussern.

Die Massnahmen für den Hochwasserschutz können im günstigsten Fall erst ab Ende 2017 realisiert werden.
Die Massnahmen für den Hochwasserschutz können im günstigsten Fall erst ab Ende 2017 realisiert werden.
Jürg Spori

Vor knapp zwei Jahren sprach das Volk fast zwölf Millionen Franken für die Ausarbeitung des Plans. Der Projektierungskredit war unbestritten, nachdem die Aare-Quartiere Marzili, Dalmazi, Matte und Altenberg mehrmals von Hochwassern heimgesucht worden waren.

Das nun vorliegende Projekt weicht in einigen Punkten von früheren Plänen ab, wie der Gemeinderat am Donnerstag mitteilte. So ist die Schutzmauer in der Matte einen halben Meter tiefer als ursprünglich geplant. Die fehlende Höhe soll bei Hochwasser mit mobilen Massnahmen kompensiert werden.

Tiefere Mauer bedeutet Gefahrenzone

Die Reduktion der Mauerhöhe war vom Stadtrat verlangt worden. Die tiefere Mauer verringere die Auswirkungen auf das Stadtbild, stellt der Gemeinderat fest. Sie habe aber auch Konsequenzen für die Beurteilung der Gefährdungssituation. Das Mattequartier befände sich dann trotz Mauer noch in einer Gefahrenzone - und zwar in der blauen, wo es bauliche Auflagen und Nutzungseinschränkungen gibt. Heute liegt die Matte sogar in der roten Zone mit einem faktischen Bauverbot.

Ob die tiefere Mauer dazu führt, dass Bund und Kanton weniger Subventionen leisten, ist unklar. Das werde sich erst im weiteren Verlauf des Planungsverfahrens zeigen, schreibt der Gemeinderat. Anpassungen gibt es auch in anderen Quartieren. So wird im Altenberg auf unterirdische Abdichtungen verzichtet, und im Dalmazi weist die geplante Ufermauer gegenüber früheren Plänen eine deutlich geringere Höhe auf.

Die öffentliche Mitwirkung soll zu einer Optimierung des Projekts beitragen, wie der Gemeinderat schreibt. Die Pläne liegen vom 15. Dezember bis 6. März im städtischen Tiefbauamt auf; zusätzlich gibt es eine öffentliche Informationsveranstaltung im Marzili sowie «Sprechstunden» für die Bevölkerung in den vier Quartieren.

Baubeginn frühestens 2017

In einem weiteren Schritt werden sich die Fachstellen von Bund und Kanton äussern und allenfalls Änderungen verlangen, bevor sie die Genehmigung erteilen. Im günstigsten Fall können die Massnahmen für den Hochwasserschutz ab Ende 2017 realisiert werden.

Zuvor werden die Stimmberechtigten über den Baukredit befinden müssen. Die Gesamtkosten werden auf 93 Millionen Franken veranschlagt; davon trägt die Stadt 45 Prozent. Die restlichen Kosten übernehmen hauptsächlich Bund und Kanton.

SDA/sih

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch