Zollikofen

Gutes tun mit dem Erlös aus Kunstwerken

ZollikofenKünstler und Künstlerinnen spenden ihre Werke, und Galeristin Mierta Bundi verkauft sie in ihrer Galerie Im ­Graben. Mit dem Erlös soll das Leben von Angehörigen psychisch Kranker erleichtert werden. Das war die Idee, die jetzt mit der Vernissage Wirklichkeit wird.

Gespendetes Bild. Lisa Bachofen (links) und Mierta Bundi  wollen Kunst für einen guten Zweck verkaufen.

Gespendetes Bild. Lisa Bachofen (links) und Mierta Bundi wollen Kunst für einen guten Zweck verkaufen. Bild: Beat Mathys

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Lisa Bachofen und Mierta Bundi bringen ihre Erfahrungen ein. Zwei Frauen, die zwar nicht am gleichen Punkt stehen, aber doch viel gemeinsam haben. Beide haben psychisch kranke Töchter und sind darum Mitglieder im Verein Vask Bern (Vereinigung Angehöriger psychisch Kranker).

Lisa Bachofen ist die Vereins­präsidentin, und Mierta Bundi betreibt im Graben in Zollikofen eine Galerie. «Ich war sofort von der Idee begeistert», berichtet ­Lisa Bachofen: Mierta Bundi lässt ihre Beziehungen in der Kunstszene spielen und sammelt Kunstwerke, die sie in der Galerie ausstellt und verkauft. Der Erlös geht an den Verein Vask. Die Frauen gingen an die Arbeit.

Guter Zweck, grosses Echo

Sehr schnell waren viele Künstler und Künstlerinnen bereit, für diesen guten Zweck ein oder mehrere Werke zu spenden. Die Liste wurde in den letzten Wochen länger und länger. «Es haben namhafte Künstler und Künstlerinnen wie zum Beispiel Ricardo Abella oder das Künstlerpaar Alice Arn-Lerch und Bruno Arn Werke gespendet. Aber es sind auch Hobbykünstler dabei», erklärt Galeristin Bundi.

Die grosse Vielfalt erlaube auch völlig unterschiedliche Verkaufspreise. «Kunst für jedes Budget» ist auch ein Ziel der Aktion. Und da es neben bildenden Künstlern auch Musiker, Sängerinnen und Sänger gibt, die spenden wollten, wird an den Ausstellungswochenenden ein musikalisches Programm geboten. An der Vernissage macht Opern- und Jazzsängerin Ursula Bernhard Füri den Anfang mit Jazz-Standards, begleitet von Michele Faber am Piano.

Begleitung und Beratung

Galeristin Mierta Bundi weiss vor der Ausstellung nicht, wie viel Geld zusammenkommen wird. Was sie damit anfangen könnte, weiss die Präsidentin Lisa Bachofen aber schon ziemlich genau. «Angehörige psychisch Kranker sind grossen Belastungen ausgesetzt und laufen Gefahr, selber krank zu werden.» Sie brauchten Begleitung und Beratung, sagt ­Lisa Bachofen. Dies versuche der Verein zu leisten, könne aber nur ein begrenztes Angebot machen. «Da streben wir eine gewisse ­Professionalisierung an, damit diese Beratungen nicht mehr ­ohne Entgelt geleistet werden müssten.»

Bachofen wünscht sich dafür einen Leistungsvertrag mit dem Kanton. Das sei die eine Schiene. Aber auch für betroffene Kin­der, Jugendliche und junge Erwachsene möchte der Verein etwas tun. «Sie wachsen mit einem Elternteil auf, der psychisch krank ist, und werden oft völlig allein­gelassen», so Bachofen.

In den Kantonen Zürich und Basel laufe ein Projekt mit dem Namen Barca für Kinder von kranken Eltern. In Gruppen sollen die Betroffenen sich austauschen können. Sie werden begleitet und auch aus­gebildet. «Angehörige brauchen spezifische Kompetenzen, damit sie sicherer werden im Umgang mit den Kranken.» Lisa Bachofen muss also nicht lange überlegen, wie der Verein den Erlös des Galerieprojekts verwenden will.

Die Bilder hängen bereits

Mierta Bundi führt die Galerie Im Graben im Untergeschoss ihres Hauses. «Früher habe ich pro Jahr bis zu sechs Ausstellungen gemacht», berichtet sie. Doch das wurde ihr mit der Zeit zu viel. «Ich arbeite ja noch als Kindergärtnerin und als Maltherapeutin.» Jetzt trägt sie sich mit dem Gedanken, das Haus Im Graben zu verkaufen. Die Verkaufsausstellung für einen guten Zweck könnte also die letzte sein. Die gespendeten Kunstwerke hängen bereits an den Galeriewänden und warten auf Käuferinnen und Käufer. (Berner Zeitung)

Erstellt: 20.11.2017, 09:47 Uhr

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