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Grosse Pläne für ein neues Flughafen-Hotel

Die bisherigen Betreiber wollen das Hotel Airport beim Flughafen Bern-Belp loswerden und schlagen einen Neubau mit 100 Zimmern vor. Sie haben bereits einen Investor an der Angel.

Das Hotel Airport am Flughafen Bern-Belp ist geschlossen.
Das Hotel Airport am Flughafen Bern-Belp ist geschlossen.

Die Türen zum Hotel Airport in Belp sind zu. Die langen Betriebsferien über Weihnachten sollten Ende Januar zu Ende gehen. Doch dann wurden sie immer länger. Jetzt steht fest: Das Hotel gleich neben dem Flughafen wird nicht mehr öffnen. «Es macht keinen Sinn mehr», sagt Betreiber Ernst Bürki und bestätigt damit einen Bericht von Radio Bern 1. «Denn es zeichnet sich ernsthaft eine Nachfolgelösung ab.» Bürki selbst ist bald 70-jährig und will sich aus dem Hotel­betrieb zurückziehen.

Die Besitzerin Augut Immobilien AG sucht schon seit Monaten nach einem Käufer. Den Auftrag dafür hat sie Jürg Zumkehr von Hotelforsale erteilt. «Wir sind in den Verhandlungen weit fortgeschritten», bestätigt er. «Vielleicht können wir schon Ende Monat einen Käufer präsentieren.» Der Richtpreis für das Hotel beträgt 2,9 Millionen Franken. Darin enthalten ist nicht nur das Baurecht, das bis 2067 läuft – Grundeigentümerin ist die Stadt Bern. Zum Verkaufspaket gehört auch ein Neubauprojekt.

Bedürfnis für ein neues Hotel

Für Zumkehr stand von Anfang an fest: «Wenn wir das Hotel verkaufen wollen, müssen wir den potenziellen Investoren die Möglichkeiten aufzeigen.» Deshalb liess die Besitzerin eine Machbarkeitsstudie erstellen. Darin kommt der Münsinger Hotel­berater Andreas Dubler zum Schluss, dass es im Belpmoos ein grösseres Hotel gut verträgt.

«In der Region Bern besteht Bedarf an tausend Betten», sagt Zumkehr, und gerade in der Region Aaretal seien Hotels Mangelware. Wie Dubler schreibt, spreche für ein neues Hotel auch die Absicht des Flughafens, die Passagierzahlen zu steigern und den Betrieb auszubauen.

Der Berater hat aber auch Vorbehalte. Die Fluggäste würden vor allem aus der erweiterten Umgebung stammen und seien deshalb kaum auf Zimmer angewiesen. Und zu den Gästen, die direkt oder indirekt mit dem Flughafen zu tun hätten, brauche es weitere Kunden. Dubler schlägt darum einen «guten Shuttle­service in die Stadt, vor allem abends», vor.

So könnte das neue Hotel aussehen.
So könnte das neue Hotel aussehen.

Bis zu 100 Hotelzimmer

Weiter haben die Betreiber beim Architekturbüro Burkard Bissig & Partner bereits ein Neubauprojekt in Auftrag gegeben. Die Maximalvariante geht von einem 3-Stern-Haus mit 70 bis 100 Hotelzimmern, einem Restaurant mit 200 Sitzplätzen sowie einem kleinen Seminarbereich aus. Die Investitionen werden auf 20 bis 26 Millionen Franken geschätzt.

«Das Projekt sieht vor, einen länglichen Baukörper entlang der Strasse zu erstellen», schreiben die Architekten. Das Herzstück ist ein «alles verbindender» Innenraum, der die Abendsonne «in den ganzen Baukörper» führt.

Neben einem Neubau sei aber auch eine Sanierung des bestehenden Hotels möglich, sagt Zumkehr. Nur ist es laut Betreiber Bürki «technisch völlig veraltet und nicht mehr zeitgemäss».

Im Sinn des Flughafens

Flughafendirektor Mathias Gantenbein ist an einem gut funktionierenden Hotel- und Restaurationsbetrieb interessiert. «Das belebt den Flughafen und sorgt für mehr Besucher.» Er stand mit Zumkehr in Kontakt, etwa bezüglich technischer Fragen.

«Es ist naheliegend, dass zum Beispiel ein Hochhaus nicht infrage kommt.» Ansonsten ist der Flughafen in die Planung nicht involviert. «Ich hoffe aber», sagt Gantenbein, «dass das Hotel möglichst bald wieder eröffnet wird.»

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