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Gewerkschaften wollen keinen «Uber Eats» in Bern

Am Donnerstag demonstrierten mehrere Gewerkschafter vor der McDonald's-Filiale beim Zytglogge Bern. Sie forderten von McDonald's, bei der Einführung eines Lieferservices nicht mit Uber zu kooperieren.

In den USA arbeitet McDonald's bereits beim Lieferservice mit Uber Eats zusammen. (Symbolbild)
In den USA arbeitet McDonald's bereits beim Lieferservice mit Uber Eats zusammen. (Symbolbild)
Reto Oeschger

McDonald's Schweiz soll bei einer allfälligen Einführung eines Lieferservices nicht mit dem Fahrdienstvermittler Uber zusammenspannen: Diese Forderung erhoben rund 20 Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter am Donnerstag bei einer Aktion vor der McDonald's-Filiale beim Zytgloggeturm Bern.

McDonald's Schweiz wolle die Lieferung von Mahlzeiten an die Essensliefersparte von Uber mit dem Namen «Uber Eats» auslagern. Das stand auf Flugblättern, welche die Gewerkschafter Passanten verteilten. Wenn das geschehe, werde der Landes-Gesamtarbeitsvertrag (GAV) des Gastgewerbes umgangen.

Das Geschäftsmodell von «Uber Eats» beruhe «auf der Ausbeutung scheinselbständiger Kurier/innen», stand auf den Flugblättern weiter. Die Kuriere würden ohne Sozialversicherung und zu Dumping-Löhnen auf die Strasse geschickt.

Auf Anfrage sagte Deborah Murith, Mediensprecherin von McDonald's Schweiz, diese Firma verfüge hierzulande noch nicht über einen Lieferservice. Ihre Firma erachte aber eine solche Dienstleistung als «grosses Bedürfnis der Konsumenten». McDonald's evaluiere seit Längerem ein passendes Konzept. Zu gegebener Zeit werde man informieren.

In den USA arbeitet McDonald's bereits mit Uber Eats zusammen, wie der US-Internetseite von McDonald's zu entnehmen ist. Uber Eats betreibt in der Schweiz auch schon eine Internetseite. Weltweit verfügt Uber Eats über mehr als 160'000 Partnerrestaurants in 36 Ländern. Partnerrestaurants sind nicht nur Mc-Donald's-Filialen.

Uber: «GAV gilt nicht»

Laut der Gewerkschaft Unia fand am Donnerstag auch in Genf eine Aktion vor einer McDonald's-Filiale statt. In dieser Stadt hatten Gewerkschaften Mitte November an einer Medienkonferenz dieselben Vorwürfe gegen Uber erhoben wie die Unia und ihre Partner am Donnerstag in Bern.

In einer Stellungnahme schrieb Uber damals, Uber biete Kuriere kein Anstellungsverhältnis an. Der GAV für Warenlieferungen gelte deshalb nicht. Weil Uber Eats keine Schichten oder Mindeststunden festlege, seien Kuriere ihre eigenen Chefs und arbeiteten nach ihrem Zeitplan. In der Regel sei die Tätigkeit als Kurier für Personen, die für Uber Eats arbeiteten, eine zusätzliche, flexible Einkommensquelle.

SDA/tag

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