Gegen Velos auf dem Uferweg gibt es Widerstand

Bremgarten

Auf dem Uferweg der Aare in Bremgarten sollen künftig Velos fahren dürfen – zum Ärger vieler Anwohner. An der Gemeindeversammlung ist der Ausbau des Wegs mit der Ufersanierung verknüpft. Bringt die Opposition das Geschäft zu Fall?

Dieser Weg soll nach der Sanierung für Velos geöffnet werden.

Dieser Weg soll nach der Sanierung für Velos geöffnet werden.

(Bild: Urs Baumann)

Es ist idyllisch am Aareufer in Bremgarten. Ein Naturweg führt den Fluss entlang, und im Zehndermätteli legt die Fähre an. Besonders an schönen Tagen tummeln sich dort Ruhesuchende, Spaziergänger, Mütter mit Kinderwagen, im Sommer auch Leute, die in der Aare schwimmen.

Etliche Bremgartener befürchten nun, diese Idylle sei gefährdet. Das Ufer soll dort saniert und im gleichen Zug der Weg verbreitert werden (wir berichteten). Danach sollen auf dem Strässchen auch Velos fahren dürfen. Gegen die Pläne eines Velowegs regt sich in Bremgarten aber Widerstand, viele Bewohner in der Aeschenbrunnmatt sind skeptisch. «Die Opposition ist gross hier», sagt einer der Gegner, der anonym bleiben möchte. Der Unmut zeigte sich an einem Infoanlass, als die Verantwortlichen das Vorhaben präsentierten. Mehrere Besucher kritisierten die geplante Öffnung für Velos. Eine solche gefährde die Fussgänger. Sie befürchten, dass eine Raserstrecke für Velos entsteht.

Am Montag entscheidet die Gemeindeversammlung über einen Kredit von 595000 Franken. Darin eingeschlossen sind aber weitere Anpassungen. So soll der Zugang zur Fähre verbessert und ein neuer, flacherer Weg von der Aeschenbrunnmattstrasse hinunter zur Aare gebaut werden.

«Konflikte vermeidbar»

Die Ufersanierung selbst ist unbestritten, denn die Böschungen sind in schlechtem Zustand, teils unterspült. Zudem sollen die Steinbrocken verschwinden, die zur Befestigung in den Siebzigerjahren dort eingebracht wurden. Sie stammen vom abgebrochenen Bahnhof Bern. Weil die Sanierung mit der Veloverbindung verknüpft ist, müssten die Gegner das ganze Paket ablehnen.

Gemeinderat Werner Meile (SP) ist der Ansicht, auf dem Uferweg seien Konflikte zwischen Fussgängern und Velofahrern vermeidbar. «Wir wollen Massnahmen realisieren, damit es funktioniert.» Signalisiert werde der Weg mit den runden, blauen Verkehrsschildern Fussweg. Unterhalb des Signals soll eine kleine Tafel mit der Aufschrift «Velos gestattet» oder «Velos im Schritttempo» angebracht werden. Meile: «Priorität haben Fussgänger; Velos sind aber geduldet.» Der Weg werde zudem nicht asphaltiert und nur so ausgebaut, dass er für Radpendler oder Sportler nicht attraktiv sei. «Wir möchten dort vor allem Ausflugsvelofahrer, gerade auch Eltern mit Kindern», so Meile. Durch die Verbreiterung des Wegs auf 2,50 Meter sei genug Platz zum Kreuzen. «Wenn sich Fussgänger und Velofahrer vernünftig und mit gegenseitigem Respekt verhalten, dann funktioniert es problemlos.»

Was aber geschieht, wenn die Sanierung bachab geht? Dieses Risiko sei vorhanden, weil an einer Gemeindeversammlung Interessengruppen dominieren könnten, sagt Meile. «Das Ufer muss aber trotzdem saniert werden, nur könnte dies dann nicht nächsten Winter geschehen.»

Das Projekt in Bremgarten ist in ein grösseres Vorhaben der Regionalkonferenz eingebettet: in das Velo- und Fussgängernetz an den Aareschlaufen rund um Bern. In einigen Jahren soll es zwischen Köniz und Bremgarten durchgehende Velo- und Fussgängerwege geben. In Bremgarten wird nun über das erste Teilstück abgestimmt.

Zollikofen wartet ab

Auch die Nachbargemeinde Zollikofen plant, den Uferweg für Velos befahrbar zu machen. «Wenn die Berechnungen der Ingenieure vorliegen, beantragen wir beim Parlament den Kredit», sagt Gemeindepräsident Daniel Bichsel (SVP). Vorgesehen sind 250000 Franken, eine Sanierung des Aareufers gehört in Zollikofen nicht dazu. «Wir schielen schon nach Bremgarten», sagt Bichsel. Wenn das dortige Projekt abgelehnt würde, «müssten wir uns die Frage stellen, ob wir unser Projekt noch realisieren wollen».

Berner Zeitung

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