«Gärtnerei» kocht, wo Hitzberger scheiterte

Bern

Am Dienstag eröffnet das Restaurant Gärtnerei an der Spitalgasse in Bern. Das Gastrounternehmen setzt auf gesunde Küche. Zuvor scheiterte an dieser Adresse eine Hitzberger-Filiale mit ähnlichem Konzept.

Nach Bern sollen weitere Filialen folgen: Das Gastrounternehmen Gärtnerei aus Zürich mit Roger Umbricht, Maaike von Stuckrad, Joel Egger und Jens Jeppesen (v.l).

Nach Bern sollen weitere Filialen folgen: Das Gastrounternehmen Gärtnerei aus Zürich mit Roger Umbricht, Maaike von Stuckrad, Joel Egger und Jens Jeppesen (v.l).

(Bild: Stefan Anderegg)

Ralph Heiniger

Gesund. Frisch. Schnell. Diesen Maximen hat sich die Restaurantkette Gärtnerei verschrieben. Das Zürcher Unternehmen setzt auf natürliche Zutaten, Regionalität und Umweltbewusstsein. «Sämtliche Zutaten werden täglich frisch angeliefert und zubereitet», sagt Geschäftsführer Roger Umbricht.

Sein Team befindet sich gerade im Endspurt für die Eröffnung der ersten Berner Filiale am kommenden Dienstag. Im Lokal an der Spitalgasse 33 gehts hektisch zu und her, der Umgangston ist aber freundlich, es wird viel gelacht. Vor einem Jahr hat die Gärtnerei in Zürich die erste Filiale eröffnet. «Wir wurden von Beginn weg überrannt», sagt Umbricht stolz. Die Expansion nach Bern soll nur ein erster Schritt sein, sagt der junge Gastrounternehmer. «Unser Wunsch ist es, die ganze Schweiz gesünder zu ernähren und weitere Filialen zu eröffnen.»

Im Zentrum der Speisekarte stehen hausgemachte Salate und Suppen. Den Salat können sich die Kunden auch selbst zusammenstellen. Suppen kosten bis zu 10, Salate bis zu 21 Franken. Am Morgen können die Gärtnerei-Kunden an der Müeslibar individuell ihr eigenes Müesli zusammenstellen. Neben laktose- und fettfreiem Joghurt gibts frische Früchte, Nüsse und Kernen, Goji-Beeren und hausgemachte vegane Granola. Im Kühlschrank stehen mit Charitea oder Lemonaid Getränkemarken, die sich dem Fair Trade verschrieben haben.

Hitzberger ohne Erfolg

Das Take-away steht im Zeichen des Umweltschutzes: «Bei den Verpackungen setzen wir auf 100 Prozent kompostierbare Materialien», so Umbricht. Das Restaurant macht beim Pilotprojekt «Grüne Tatze» mit: Das Essen wird in eine Bring-back-Box aus ökologisch hergestelltem Plastik gefüllt, die mindestens hundert Mal wiederverwendet werden kann.

Bis Ende Mai waren im Lokal an der Spitalgasse 33 noch gesunde Smoothies, Wraps und Suppen von Hitzberger erhältlich. Die Kette bietet in Zürich und Basel in acht Filialen erfolgreich gesundes Fast Food an. Erst vor einem Monat hat Hitzberger am Zürcher Hauptbahnhof eine weitere Filiale eröffnet. Hinter dem Namen des Imbissrestaurants steckt der gebürtige Österreicher Starkoch Eduard Hitzberger, der für seine kulinarischen Künste im Hotel Paradies in seiner Bündner Wahlheimat Ftan mit zwei Michelin-Sternen und 18 Gault-Millau-Punkten ausgezeichnet wurde.

Warum zieht sich Hitzberger nach nur zwei Jahren aus Bern zurück? «Die Filiale an der Spitalgasse mussten wir aus betriebswirtschaftlichen Überlegungen schliessen», sagt Geschäftsführer Andy Schwarzenbach auf Anfrage. Die Schliessung sei bedauerlich, aus «internen Gründen» habe es keine Alternativen gegeben, sagt Schwarzenbach. Er will sich nicht weiter zur Schliessung seiner Berner Filiale äussern, sondern lieber in die Zukunft blicken: «Ich bin sehr froh, dass die gesunde Essensphilosophie von Hitzberger fortgeführt wird.»

«Bei uns schmeckt man es»

Man habe zwar auch eine gesunde Essensphilosophie – so wie Hitzberger – dennoch sei die Gärtnerei nicht mit ihrem Vorgänger an der Spitalgasse zu vergleichen, sagt Geschäftsführer Umbricht. «Wir richten uns nach den grossen, weltweiten Trends in der Gastronomie.» Salate und Suppen – mit diesen Schwerpunkten wollen die jungen Gastronomen die Berner Kundschaft überzeugen. Viele Anbieter würden behaupten, dass sie ihre Ware täglich frisch zubereiten würden, so Umbricht. «Aber bei uns schmeckt man es.»

Berner Zeitung

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